Der mündige Patient im modernen Medizinbetrieb

Stuttgart, Februar 2010 – Der Arzt ist längst nicht mehr der „Halbgott in Weiß“, dem wir uns im Krankheitsfall blind anvertrauen. Gerade bei chronischen Erkrankungen haben viele Patienten heute das Gefühl, eher verwaltet als behandelt zu werden. Deshalb wird es für Betroffene immer wichtiger, die Initiative zu ergreifen, sich aktiv mit ihrer Erkrankung und möglichen Behandlungsmethoden auseinanderzusetzen und diese gezielt einzufordern. In seinem neuen Buch „Dr. Ich“ zeigt Wissenschaftsjournalist Georg Francken „wie sich mündige Patienten im Medizinbetrieb behaupten und die optimale Behandlung finden“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2010).

Schulmedizin oder alternative Heilmethoden? Eine Behandlung, die sich auf die konkreten Beschwerden konzentriert oder die einem ganzheitlichen Konzept folgt? Medikamente oder Operation? Objektiv gesehen lässt sich das nicht immer eindeutig beantworten. Jede Behandlung birgt Erfolgschancen aber auch Risiken, die sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen. Welche Therapie – etwa bei Krebs, wie im Falle des Autors – die individuell richtige ist, muss letztendlich jeder Patient für sich entscheiden. „Diese Entscheidung zu fällen und mit allen Konsequenzen durchzustehen“, so Francken „ist nicht einfach, denn der Anspruch, über die eigene Krankheit und deren Therapie mitzubestimmen, muss immer wieder hart erkämpft werden.“
Francken erkrankte in jungen Jahren an Krebs und erlebte am eigenen Leib, was es bedeutet, die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und sich als mündiger Patient im modernen Medizinbetrieb zu behaupten. In seinem Buch „Dr. Ich“ gibt er seine Erfahrungen weiter. Wer wissen will, wie man nach neuen, die Lebensqualität fördernden Therapien sucht, wie man den richtigen Arzt oder Therapeuten findet, nach geeigneten Kliniken für eine spezielle Operation recherchiert, wie man Studien liest und schließlich auf Augenhöhe mit seinem Arzt über die geeignete Therapie spricht, findet hier einen reichen Schatz an wertvollen Informationen.

Was spricht für, was gegen eine Therapie?

Georg Francken: „Bringt mir das tatsächlich etwas? Welche Nachteile verstecken sich dahinter? Mit welchen Folgen muss ich rechnen, und will ich die überhaupt tragen? Steht das Ganze im Verhältnis zu der scheinbaren Lebenszeitverlängerung, die mir keiner garantieren kann? Diesen Fragen müssen sich mündige Patienten stellen. Und sich dann entscheiden. Ganz allein. Kein Arzt nimmt einem am Ende diesen Schritt ab. Er kann nur beraten, helfen und unterstützen, mehr nicht. So werden wir auf die eine oder andere Art unser eigener Arzt.“

Der Autor

Georg Francken, Jahrgang 1954, studierte Jura, Germanistik und Sportwissenschaft. Seit Jahren arbeitet er als Journalist und Sachbuchautor für führende deutsche Medien und Verlage in den Bereichen Medizin, Wissenschaft und Technik. Auf Grund seiner eigenen Krebserkrankung erlebte er bereits in jungen Jahren hautnah, was es bedeutet, sich als mündiger Patient im modernen Medizinbetrieb zu behaupten. Heute arbeitet er als Ressortleiter für Ratgeberthemen in einem führenden deutschen Großverlag.