Wie Diäten gelingen können

Stuttgart, November 2012 – Das Frustrierende mit allen Diäten ist, dass die Wirkung mit der Zeit nachlässt. Diabetes-Experten nennen in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2012) den Grund und geben Tipps, wie eine Diät dennoch erfolgreich sein kann und ein Jo-Jo-Effekt weitgehend vermieden wird.

Wenn ein Mensch weniger Kalorien mit der Nahrung aufnimmt, und darauf läuft es bei einer Diät hinaus, löst dies im Körper Verteidigungsmechanismen aus. Der Körper schaltet auf eine Art Energiesparmodus und senkt kurzerhand den Energieverbrauch, berichten Privatdozent Matthias Weck, Ärztlicher Direktor der Weißeritztal-Kliniken in Freital bei Dresden und seine Kollegen. Dieser Spareffekt kann im Verlauf der Diät sogar ansteigen. Dieser langfristig sinkende Energiebedarf ist nach Einschätzung von Dr. Weck der Grund für den Jo-Jo-Effekt vieler Diäten, der viele frustriert.

Die Verteidigungsmechanismen betreffen vor allem den Grundumsatz. Das sind die Kalorien, die der menschliche Körper verbrennt, ohne sich zu bewegen. Sein Anteil am gesamten Energieumsatz des Körpers liegt den Autoren zufolge bei 60 bis 70 Prozent. Der größte Anteil des Grundumsatzes entfällt auf die fettfreie Masse. Das ist in erster Linie die Muskulatur. Diäten führen deshalb nicht nur zum gewünschten Abbau von Fettgewebe, auch bei der Muskulatur kommt es zu einem Schwund.

Zu jeder Diät gehört nach Einschätzung des Experten deshalb ein Sportprogramm mit dem Ziel, den Verlust des fettfreien Gewebes im Körper zu verhindern. Dr. Weck und Mitautoren raten zu einer Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Das Krafttraining sei wichtig, da es über die Vermehrung der Muskelmasse den Grundumsatz steigere. Die Diabetesexperten empfehlen, das Sportprogramm zu Beginn der Diät mit niedriger Intensität und geringer Zeitdauer zu beginnen und die Aktivität im weiteren Verlauf zu steigern.

Der Aufbau von Muskulatur benötigt Proteine, also Eiweiß. Diätformen mit hohem Proteinanteil sollen deshalb in der Lage sein, den Verlust an Muskulatur und den Abfall des Grundumsatzes gering zu halten, schreiben die Mediziner. Dr. Weck gesteht aber ein, dass klinische Langzeitstudien, die über Jahre belegen, dass sich der Jo-Jo-Effekt tatsächlich vermeiden lässt, bisher noch fehlen.

M. Weck et al.:
Wie ist Gewichtsreduktion erfolgreich möglich?
Energiehaushalt im Fokus
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2012: 137 (43): S.2223-2228

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