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Die Neurobiologie des Glücks – Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert

Stuttgart, November 2011 – „Alle Menschen wollen glücklich sein“, erkannte schon Aristoteles. Was aber macht glücklich? Was ist Glück überhaupt? Wie entsteht es und wie kann man es halten? Die Philosophie beschäftigt sich schon seit Jahrtausenden mit diesen Fragen. Dass Psychologie, Medizin und Neurowissenschaften nach dem Glück suchen, ist jedoch relativ neu. Tobias Esch, Neurowissenschaftler und Professor für Integrative Gesundheitsförderung, nähert sich dem Thema Glück interdisziplinär. Er setzt die neuesten Erkenntnisse aus Neurobiologie, Hirn- und Glücksforschung sowie aus der ressourcenorientierten Medizin und der angewandten Präventivmedizin zueinander in Beziehung und leitet daraus Empfehlungen für eine angewandte „Glückspraxis“ ab.

Glück – neurobiologisch gesehen

Glück entsteht, vereinfacht gesagt, im Gehirn. Ein körpereigenes Belohnungssystem, das Glücksbotenstoffe wie Dopamin, Serotonin und endogene Opioide und Opiate ausschüttet, sorgt für die begehrte wohlige Empfindung. Unsere Fähigkeit glücklich zu sein, ist etwa zur Hälfte angeboren, also in der genetisch festgelegten Struktur unseres Gehirns begründet. Nur etwa 10 Prozent hängen von den äußeren Umständen ab. Die restlichen 40 Prozent liegen im Bereich unserer Möglichkeiten. Das heißt, wir können unser Glücksempfinden aktiv beeinflussen. Und zwar indem wir in unserem Gehirn die strukturellen Voraussetzungen dafür schaffen und die Ausschüttung von Glücks-botenstoffen aktiv fördern: etwa durch positives Denken, Genuss und Achtsamkeit.

Glück und Gesundheit

Aktuelle Forschungen belegen: Glückliche Menschen leben länger, sie erkranken seltener und weniger schwer, sie werden auch schneller wieder gesund. Sie haben weniger Stresshormone im Blut und ein insgesamt deutlich reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es lohnt sich also, sein körpereigenes Belohnungssystem zu aktivieren, denn die Auswirkungen – nicht nur auf die seelische, sondern auch auf die körperliche Gesundheit – sind ganz unmittelbar.

Das Glück des Arztes

„Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich“ (Ludwig A. Feuerbach, 1804-1872). Therapeuten, Psychologen und Mediziner tragen in großem Maße zum Glück der Menschen bei, indem sie körperliche wie seelische Beschwerden lindern und Krankheiten heilen. Ihr eigenes Glück bleibt dabei im Berufsalltag oft auf der Strecke, wenn sich das positive Gefühl des Gebraucht-werdens in das negative Gefühl der Überforderung und des Nicht-abschalten-könnens umkehrt. Techniken aus der Positiven Psychologie und der Mind-Body-Medizin können ihnen helfen, den Weg (zurück) in ein glückliches und zufriedenes Leben zu finden.

 

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