Fußball-EM ab Juni in Osteuropa: Impfungen und Versicherungsschutz nicht vergessen

Düsseldorf, April 2012 – Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt Besuchern der Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine, sich bereits jetzt um notwendige Impfungen zu kümmern: Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standard-impfungen ist etwa der Immunschutz gegen Masern, Hepatitis A und FSME empfehlenswert. Fußballfans sollten außerdem bedenken: Mit der Europäische Krankenversicherungskarte EHIC haben gesetzlich Versicherte zwar in Polen An-spruch auf medizinisch notwendige Behandlungen, nicht aber in der Ukraine. Das CRM empfiehlt deshalb, eine private Auslandsreisekrankenversicherung abzu-schließen.

„Im Westen der Ukraine beobachten wir derzeit einen größeren Masernausbruch, bei dem seit Anfang Januar 2012 bereits rund 5500 Menschen erkrankt sind“, erklärt Privat-dozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reise-medizin. Schwerpunkt des Ausbruchs sind die Bezirke Lemberg und Ivano-Frankiwsk. Aber auch in den Städten Kiew und Lemberg, beides Austragungsorte der EM, sind zahl-reiche Fälle aufgetreten. Eine Maserninfektion verläuft insbesondere bei Erwachsenen häufig schwer und kann Komplikationen wie Lungen- und Gehirnhautentzündungen zur Folge haben. „Fußballfans, die in Ihrer Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden, sollten vor der Reise in die Ukraine den Immunschutz gegen Masern nachholen“, so Jelinek.

Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist für Reisen nach Polen und in die Ukraine auch eine Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert. Das Hepatitis A-Virus wird durch verunreinigte Speisen und Trinkwasser übertragen. Eine Infektion äußert sich zunächst durch Fieber, Erbrechen und schließlich durch eine Gelbfärbung der Haut. „Generell sollte man bei Aufenthalten in Osteuropa auf die Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene achten – also etwa abgefülltes Wasser statt Leitungswasser trinken und auf nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte verzichten“, rät Jelinek. So könnten auch Durchfallerkrankungen vermieden werden.

EM-Besucher, die planen, sich viel im Freien und in der Natur aufzuhalten – etwa auf Camping- und Zeltplätzen – sollten sich zudem vor Zeckenstichen schützen und sich vor der Reise gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus impfen lassen. „Weite Teile Polens und der Ukraine gehören zu den FSME-Risikogebieten. Bis zu fünf Prozent der Zecken tragen das Virus dort in sich“, erklärt Jelinek. FSME-Viren können Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, eine Form der Hirnhautentzündung. Noch häufiger über-tragen die Tiere allerdings Lyme-Borreliose: Bis zu 35 Prozent der Parasiten sind mit den Borrelien-Bakterien infiziert und können diese an den Menschen weitergeben. In Deutschland registriert das Robert Koch-Institut rund 5000 Erkrankungsfälle pro Jahr. „Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bislang nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, Zeckenstiche von vornherein zu vermeiden: Wenn man sich in der Natur aufhält, sind geschlossene Kleidung und das Auftragen von Repellents empfehlenswert“, so Reise-mediziner Jelinek.

Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt EM-Besuchern zudem, eine private Aus-landsreisekrankenversicherung abzuschließen. Denn die Europäische Krankenver-sicherungskarte EHIC, mit der gesetzlich Versicherte Anspruch auf unmittelbar not-wendige medizinische Leistungen in vielen europäischen Ländern haben, ist nur in Polen, nicht aber in der Ukraine gültig. Die EHIC ist automatisch auf der Rückseite der Ver-sichertenkarte aufgedruckt. Doch auch in Ländern, in denen die Karte gültig ist, müssen Patienten mit privaten Zuzahlungen rechnen. Die Kosten für einen Krankenrücktransport beispielsweise übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen generell nicht. Reisende, die eine private Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, verfügen hingegen meist weltweit über vollen Versicherungsschutz.