• Ein Impfbuch wird einer Aerztin ueberreicht © Fotolia , Dan Race

    © Fotolia , Dan Race

     

Europäische Impfwoche: Impfschutz überprüfen, sicher reisen

Düsseldorf, April 2017 – Gelbfieber, Hepatitis A oder Tollwut: Vor Fernreisen informieren sich viele Reisende genau über tropische Infektionsgefahren und den nötigen Schutz davor, beispielsweise durch Impfungen. Die in Deutschland empfohlenen Standardimpfungen geraten häufig erst dann wieder in den Blick. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät im Vorfeld der Europäischen Impfwoche (EIW) der World Health Organisation (WHO) dazu, den Standardimpfschutz zu überprüfen und spätestens im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung aufzufrischen.

„Gegen viele Krankheiten sind Impfungen ein wirksames Mittel der Prävention“, betont Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Durch die Standardimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden, sind nicht nur die Geimpften geschützt, sondern auch die, die aufgrund ihres jungen Alters oder wegen bestimmter Grunderkrankungen nicht geimpft werden können. „Der aktuelle Masernausbruch in Europa, mit hohen Fallzahlen in Deutschland, Rumänien, Belgien und Italien, zeigt aber beispielhaft, dass die Impfraten bei den Standardimpfungen lückenhaft sind“ so der Experte. Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts ist die Impfquote bei Masern zwar tendenziell gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr aber immer noch unverändert niedrig. Dies gilt auch für die Impfraten gegen Mumps und Röteln. Für Tetanus, Diphterie, Hämophilus influenzae, Polio und Hepatitis B sind sie sogar leicht gesunken.

„Nicht alle Ungeimpften sind Impfgegner“ berichtet Professor Jelinek aus seiner Erfahrung der reisemedizinischen Beratung. Vor Fernreisen setzten sich viele Reisende mit den gesundheitlichen Risiken im Ausland auseinander, die sich durch tropische Infektionserreger oder aus den oft niedrigen hygienischen Standards ergeben. Auch das Thema Impfen gerät in den Blick, denn Impfungen, beispielsweise gegen Gelbfieber, sind für viele Länder verpflichtend vorgeschrieben. „Über ihren Impfstatus hinsichtlich der Standardimpfungen haben sich viele bis dahin keine Gedanken gemacht oder wussten einfach nicht, dass die Impfungen aufgefrischt werden müssen“ sagt Professor Jelinek. „Wir empfehlen daher, den Status der für Deutschland empfohlenen Standardimpfungen beim Hausarzt überprüfen zu lassen. So erfährt man, welche der Impfungen nachgeholt oder aufgefrischt werden sollten“, sagt der Experte. Aber auch die reisemedizinische Beratung sei hierfür

eine gute Gelegenheit. Ärzte sollten deshalb im Rahmen der reisemedizinischen Beratung immer auch auf die Bedeutung der Standardimpfungen aufmerksam machen. „Wir begrüßen und unterstützen daher Initiativen wie die Europäische Impfwoche, die Erwachsene, Eltern und Menschen in Gesundheitsberufen für die Bedeutung hoher Durchimpfungsraten sensibilisiert“ betont Professor Jelinek.

Die Europäische Impfwoche 2017 findet vom 24. bis zum 30. April unter dem Motto „Vorbeugen. Schützen. Impfen.“ statt. Sie will die zentrale Botschaft vermitteln, dass die Impfung eines jeden Kindes entscheidend für die Verhütung von Krankheiten und den Schutz von Menschenleben ist.

Quellen: