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Praxisnahe Fortbildung: Forum Hebammenarbeit 2020 in Leipzig

Stuttgart/Leipzig, Februar 2020 – Am 6. März 2020 lädt der Stuttgarter Georg Thieme Verlag in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband e. V. (DHV) zum Forum Hebammenarbeit ein. Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Praxis vermitteln Hebammen im Congress Center Leipzig Fachwissen für ihren Praxisalltag. So wird Dr. med. Larry Hinkson von der Berliner Charité über aktuelle Forschungsergebnisse zur äußeren Wendung bei Beckenendlage sprechen. Über die notfallmäßige Erstversorgung kranker Neugeborener informiert Kinderarzt Professor Dr. med. Michael Schroth. Darüber hinaus stehen Themen wie Babyschlaf oder die Unterschiede zwischen Mutter und gespendeter Frauenmilch auf dem Programm. Die Fortbildung findet traditionell zweimal im Jahr statt: im Frühjahr in Leipzig und im Spätherbst in Wiesbaden.

In der Regel dreht sich das Baby zwischen der 21. und 24. Schwangerschaftswoche (SSW) mit dem Kopf nach unten. Nur etwa bei fünf Prozent der Schwangerschaften liegt danach noch eine Beckenendlage vor. In diesen Fällen birgt eine Spontangeburt Risiken für Mutter und Kind, weshalb Mediziner oft zu einem Kaiserschnitt raten. Ab der 36. SSW ist es jedoch möglich, die Position des Kindes von außen zu beeinflussen. Dr. Larry Hinkson führt am Universitätsklinikum Charité Berlin eine viel beachtete sanfte äußere Wendung durch. Mithilfe einer speziellen Massagetechnik aktiviert er die Eigenreflexe des in Beckenendlage befindlichen Kindes. Dadurch wird es angeregt, sich geleitet vom Behandler im Uterus selbst zu drehen. Hinkson konnte dadurch die Erfolgsrate bei der äußeren Wendung von 40 auf 72 Prozent erhöhen. Derzeit erforscht er, welche Kriterien eine erfolgreiche äußere Wendung begünstigen und berichtet darüber im Rahmen der Fortbildung.

 

Andere Kinder wiederum benötigen gleich nach Geburt ärztliche Hilfe. In großen Kliniken werden sie dann umgehend durch Kinderärzte vor Ort betreut. Bei einer Entbindung zuhause oder in Geburtshäusern ist das nicht möglich. Hebammen sind dann auf sich allein gestellt. Professor Dr. med. Michael Schroth ist Chefarzt der Neonatologie und Kinder-Intensivmedizin in der Cnopfschen-Kinderklinik in Nürnberg. Anhand verschiedener Praxisfälle erklärt er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Forums Hebammenarbeit, woran sie einen Notfall erkennen und welche Erstmaßnahmen dann notwendig sind.

 

Wissenswertes für die tägliche Hebammenarbeit in der Nachsorge vermittelt Nora Imlau. Gemeinsam mit dem Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster hat sie den Ratgeber „Babyschlaf“ geschrieben. Sie erklärt, warum der Schlaf von Neugeborenen oft so viel kürzer und leichter ist als der eines Erwachsenen. Anders als Eltern es erwarten, dient der Schlaf den Kleinen nur in Teilen der Erholung. Im Wesentlichen verarbeiten sie äußere Eindrücke und reifen daran. Im ersten Lebensjahr verdoppelt sich das Gehirnvolumen des Neugeborenen. Dabei werden über 100 Billionen Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen verknüpft – auch im Schlaf. Diese und weitere Informationen können Hebammen für ihre Arbeit nutzen, um übernächtigten Eltern mit Rat zur Seite zu stehen.

 

Des Weiteren widmet sich PD Dr. med. Angela Kribs, Leiterin der Klinischen Neonatologie der Uniklinik Köln, der unterschiedlichen Zusammensetzung von Mutter- und gespendeter Frauenmilch. Letztere ist insbesondere für Frühgeborene von Vorteil, wenn keine oder nicht ausreichend Muttermilch zur Verfügung steht. Untersuchungen haben jedoch auch gezeigt, dass bei der Verarbeitung gespendeter Muttermilch viele der wertvollen bioaktiven Substanzen verloren gehen.

 

Auch berufspolitische Themen wie das Hebammenreformgesetz oder die wissenschaftliche Betrachtung der Plazenta als Heilmittel sind Teil der Fortbildung. Zudem informieren über 100 Aussteller über Produkte zur Abrechnung, Schwangerschaft, Babypflege, Bewegung und Ernährung.

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir so viele namhafte Referentinnen und Referenten für das diesjährige Forum Hebammenarbeit gewinnen konnten. Das Programm zeigt wie vielseitig und anspruchsvoll der Hebammenberuf ist. Die Fortbildung lädt alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu ein, ihr Fachwissen zu erweitern, neue Aspekte ihrer Arbeit zu entdecken und sich mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort auszutauschen“, erklären Rosi Haarer-Becker, Programmbereichsleiterin Therapieberufe, und Jelena Rukavina, Leiterin Kongressorganisation im Georg Thieme Verlag.

 

Der Georg Thieme Verlag veranstaltet das Forum Hebammenarbeit in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband e. V. (DHV), der die Veranstaltung im Bereich Fach- und Methodenkompetenz als geeignete Fortbildungsmaßnahme gemäß §7 HebBO NRW anerkennt. Den Teilnehmenden werden für beide Tage 16 Fortbildungsstunden angerechnet. Die Tage sind auch einzeln buchbar.

 

Das komplette Programm ist unter www.forumhebammenarbeit.de zu finden.

 

Terminhinweise:

Forum Hebammenarbeit 2020

 

Im Frühjahr in Leipzig:

Datum: 6. bis 7. März 2020
Ort: Congress Center Leipzig
Anschrift: Seehausener Allee 1, 04356 Leipzig

 

Im Herbst in Wiesbaden. Gerne schon vormerken:

Datum: 13. bis 14. November 2020

Ort: RheinMain CongressCenter, Wiesbaden

Anschrift: Friedrich-Ebert-Allee, 65189 Wiesbaden

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