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    Ein Test auf Blut im Stuhl kann helfen, Darmkrebs früh zu erkennen, solange er gut heilbar ist.

     

Darmkrebsfrüherkennung: Neue Stuhltests variieren in ihrer Qualität

fzm, Stuttgart, Mai 2016 – Neue immunologische Tests zum Nachweis von okkultem, nicht sichtbarem Blut im Stuhl könnten demnächst die bislang eingesetzten Guajak-basierten Tests in der Darmkrebsfrüherkennung ersetzen. So sieht es derzeit ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vor. Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die neuen Tests häufig weniger empfindlich reagierten, als von den Herstellern angegeben. Zwei Tests konnten auch größere Mengen Blut nicht erkennen, wie die jetzt in der „Zeitschrift für Gastroenterologie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2016) veröffentlichten Ergebnisse zeigen.

Darmkrebs kann bereits im Frühstadium zu kleineren Blutungen führen. Sie sind äußerlich im Stuhl nicht sichtbar, können aber mit speziellen Tests nachgewiesen werden. Standard ist seit Jahrzehnten der Guajak-Test. Seit den 1990er-Jahren wurden neuere immunologische Tests entwickelt. Sie sind deutlich empfindlicher und könnten in der Früherkennung zwei- bis dreimal so viele Darmkrebserkrankungen erkennen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat daher erst kürzlich beschlossen, diese anstelle des bisherigen Testverfahrens einzusetzen. Der Beschluss liegt dem Bundesministerium für Gesundheit derzeit zur Prüfung vor.

Ein strittiger Punkt ist die Genauigkeit der Tests, die von einer Vielzahl von Herstellern angeboten werden. Ein Team des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg hatte bereits in einer früheren Studie auf mögliche Qualitätsprobleme hingewiesen.

Jetzt hat Dr. Kai Lüthgens, Labormediziner aus Stuttgart, in Zusammenarbeit mit dem DKFZ 22 verschiedene Tests untersucht. Dabei wurden erneut große Differenzen entdeckt. Einige Tests konnten Blut bereits in einer Konzentration von 25 Nanogramm Hämoglobin pro Milliliter erkennen. Andere Tests sprachen auch bei 440 ng/ml noch nicht an.

Die Hersteller haben laut Dr. Lüthgens bei 17 der 22 Tests Angaben zur Nachweisgrenze gemacht. Diese Angaben stimmten nur in vier Fällen mit den Prüfergebnissen der Stuttgarter Labormediziner überein. Im Großteil der anderen Fälle konnten erst Blutkonzentrationen nachgewiesen werden, die bis zu zehnfach höher waren als die Hersteller angaben. Die meisten Tests erwiesen sich demnach als weniger empfindlich als angegeben. Zwei Tests konnten das Hämoglobin selbst in der höchsten Konzentration von 440 ng/ml nicht erkennen. Nur ein einziger Test war in der Lage, auch die niedrigste Hämoglobinmenge (25 ng/ml) nachzuweisen.

Die Ergebnisse der Labortests könnten laut Lüthgens die großen Unterschiede in den klinischen Studien zur Darmkrebsfrüherkennung erklären. Die Überprüfung mache deutlich, dass die Herstellerangaben zur Nachweisgrenze und zur Sensitivität und Spezifität die tatsächlichen Verhältnisse unzureichend widerspiegeln.

Die Prüfergebnisse sprechen zwar nicht gegen die Zulassung der neuen Tests, die genauer sind als der Guajak-Test. Es sollten jedoch Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Wert der einzelnen Tests im klinischen Alltag überprüfen zu können, fordert Dr. Lüthgens.

K. Lüthgens, S. Albert, H. Brenner:
Unterschiedliche Nachweisgrenzen immunologischer Tests auf Blut im Stuhl unterstreichen die Notwendigkeit der Standardisierung und Qualitätssicherung
Zeitschrift für Gastroenterologie 2016; 54 (4); S. 299–303

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