"Alte Hasen" geben Medizinstudenten Tipps für ihre Prüfungen

Stuttgart, Februar 2010 - Viele angehende Mediziner fühlen sich schon zu Beginn ihres Studiums hoffnungslos überfordert. Zahlreiche Prüfungen und Praktika setzen die Studenten unter einen enormen psychischen Druck, manch einer fühlt sich dem nicht gewachsen und beendet sein Studium vorzeitig. Eine Umfrage der Fachzeitschrift "Via medici – Fachzeitschrift und Online Portal für junge Mediziner" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010) unter Medizinstudenten höherer Semester zeigt jedoch: Mit einer klugen Planung können angehende Ärzte die Klippen ihres Physikums stressfreier umschiffen.

Schon im ersten Semester wird Medizinstudenten viel abverlangt. Im Abstand von wenigen Wochen müssen sie Testate und Klausuren bestehen und nebenbei noch einen übervollen Stundenplan absolvieren. "Ich fühlte mich, als müsste ich alle drei Wochen Abitur machen", klagt eine Studentin aus dem neunten Semester, die in der aktuellen Ausgabe der "Via medici" von ihren Erfahrungen im ersten Semester berichtet. Wer sich gut organisiert, kann sich aber viel Stress ersparen. So waren sich die meisten Teilnehmer der "Via medici"-Umfrage einig, dass sich Erstsemester gleich am Anfang eine gute Lernstrategie überlegen und die richtige Literatur dafür auswählen sollten. "Am Anfang habe ich mich völlig in der Literatur verzettelt", erinnert sich Nina Schweinfurth, eine Studentin im siebten Semester. "Ich habe mir immer neue Buchtipps geben lassen und bin ständig von einem zum anderen gesprungen. Dabei habe ich beim Lernen wertvolle Zeit verloren." Solche Fehler können Studenten vermeiden, wenn sie sich rechtzeitig eine Lerngruppe suchen. Manche Kliniker raten Studienanfängern deshalb, das erste Semester vor allem für soziale Kontakte zu nutzen. Als Geheimtipp unter Klinikstudenten gelten aber auch Kurzlehrbücher, weil sie die Themen übersichtlich und kompakt behandeln.

Wer Zugang zu Altklausuren und Skripten hat sollte diese ebenfalls nutzen, um sich auf Prüfungen vorzubereiten. Das spart Zeit. Viele Studenten kommen zudem besser zurecht, wenn sie sich konkrete Tagesziele setzen. Wer jedoch merkt, dass er sein Pensum vor der Prüfung nicht mehr schafft, der sollte nicht streng an seinem Lehrplan festhalten. Hier sollte die Devise "Mut zur Lücke" heißen, raten Studenten höherer Semester: "Ich habe mich auf die großen Fächer konzentriert und die kleinen Stoffgebiete vernachlässigt", erzählt beispielsweise Medizinstudentin Victoria. "So konnte ich mir in kürzester Zeit noch das Maximum an Inhalten aneignen, die für die Prüfung relevant waren."

Die Umfrage wird zudem vielen Erstsemestern Mut machen: Rückblickend betrachtet empfinden viele Studenten die Zeit vor dem Physikum nur noch als "halb so schlimm". 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Vorklinik im Nachhinein als "nicht einfach, aber machbar" empfunden hätten. Mittendrin im Prüfungsstress konnte das nur etwas mehr als jeder fünfte behaupten.

L. Hagmann:
Vorklinik im Rückspiegel.
"Alte Hasen" geben Tipps.
Via medici 2010; 15 (1): S. 18-20

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