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    Kelly McGonigal fordert dazu auf, sich das Gute am Stress bewusst zu machen. ©Grafikbüro Schaaf, TRIAS Verlag

     

Stress als Energiequelle nutzen

Stuttgart, Februar 2018 – Stress verursacht Herzinfarkte, er lässt uns schlecht schlafen, Stress ist Gift! Das legen viele Studien nahe. Kelly McGonigal, Gesundheitspsychologin von der amerikanischen Universität Stanford, bewertet Stress nach anderen Maßstäben. Sie sieht Stress als Chance. Wer ihn annimmt und seine persönliche Einstellung dazu ändert, ist sie überzeugt, kann stärker, glücklicher und klüger werden. In ihrem Buch „Glücksfaktor Stress“ (TRIAS Verlag, Stuttgart, 2018) erklärt sie, wie Menschen starke Belastungen positiv für sich nutzen können.

„Stress schadet uns nur, wenn wir glauben, dass er es tut.“ Davon ist McGonigal überzeugt. „Wenn wir unsere Haltung zu Stress ändern, können wir gesünder und glücklicher leben“. Der Schlüssel zu einem entspannten Umgang mit Stress liege nicht darin, ihn zu vermeiden, sondern ihn zu verstehen und anzunehmen. Dann könne Stress uns zielgerichteter und stärker machen, wir könnten aus Stresssituationen lernen, unser Leben besser zu meistern.

McGonigal fordert dazu auf, sich das Gute am Stress bewusst zu machen: Er erhöhe die eigene Leistung und Produktivität, er lasse uns lernen und wachsen und er zeige, dass uns etwas persönlich wichtig ist. Menschen, die diese positive Einstellung zu Stress haben, werden eine „stressige“ Situation eher als Herausforderung betrachten und nicht als ein Problem, dem sie hilflos gegenüberstehen. Dabei ist es eine Strategie, die körpereigene Stressreaktion als Ressource zu betrachten. „Wird Ihr Herzschlag stärker oder Ihr Atem schneller, dann machen Sie sich bewusst, dass der Körper Ihnen auf seine Art gerade mehr Energie zur Verfügung stellt. Wichtig ist, dass Sie sich mehr darauf konzentrieren, was Sie aus der Energie machen, die der Stress Ihnen verleiht, statt sich darüber Gedanken zu machen, wie Sie diese Gefühle wieder loswerden. Ihr Körper stellt alle verfügbaren Ressourcen bereit, mit deren Hilfe Sie diese Herausforderung bestehen werden.“

Die Autorin

Dr. Kelly McGonigal lehrt als Gesundheitspsychologin an der Stanford University, USA. Bereits seit Jahren forscht sie zum Phänomen Stress.

Wissenswertes: Die Wahrnehmung zählt

Im Jahr 1998 wurden 30 000 Menschen in den USA befragt, wie viel Stress sie in den Jahren zuvor ausgesetzt waren und ob sie glauben, dass Stress ihrer Gesundheit schadet. Acht Jahre später untersuchten die Forscher, wie viele der Probanden inzwischen gestorben waren. Die Auswertung zeigt: Bei hohen Stresspegeln erhöht sich das Sterberisiko um 43 Prozent. Doch dieses höhere Risiko betraf nur jene, die Stress für schädlich gehalten hatten. „Bei allen, die zwar von viel Stress berichtet, diesen aber nicht als schädlich empfunden hatten, blieb die Sterbewahrscheinlichkeit gleich. Tatsächlich hatten sie von allen Teilnehmern sogar das niedrigste Sterberisiko. Niedriger noch als jene, die sehr wenig Stress angegeben hatten“, so McGonigal. Die Forscher schlussfolgerten, dass nicht der Stress allein für den Tod der Menschen verantwortlich war. „Es war die Verbindung aus dem Vorhandensein von Stress und der Überzeugung, dass Stress schädlich ist“, erklärt die Autorin.

Buchtipp

Glücksfaktor Stress
Kelly McGonigalGlücksfaktor Stress

Warum Stress uns erfolgreich und gesund macht

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