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Hepatitis A-Ausbruch in den USA

Düsseldorf, Juli 2017 – Das Michigan Department of Health and Human Services verzeichnet für die vergangenen zwölf Monate eine zehnfache Zunahme an Hepatitis A-Fällen im Vergleich zum Vorjahr, darunter zehn Todesfälle. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Geschäftsreisenden und Touristen für diese Regionen einen Impfschutz in Betracht zu ziehen und durch Hygiene vorzubeugen.

In der Zeit vom 1. August 2016 bis zum 15. Juli 2017 gab es 201 bestätigte Fälle von Hepatitis A in Detroit, Macomb, Oakland, Wayne und St. Clair, zehn mit tödlichem Ausgang. Betroffen waren zu 66 Prozent Männer, das Durchschnittsalter lag bei 44 Jahren. „Gegen die als „Reisegelbsucht“ bekannte Hepatitis A raten wir generell zu einer Impfung, wenn Reisende in Länder mit niedrigen Hygienestandards reisen – Nordamerika ist dabei bislang ausgenommen gewesen“, erklärt Professor Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Dort, wie auch in West- und Mitteleuropa, Japan, Australien und Neuseeland betrage das Risiko für eine Infektion lediglich zwei Prozent für Rucksacktouristen und 0,3 Prozent für Hotelreisende – durch die Verbesserung der Nahrungsmittelhygiene in den letzten Jahrzehnten. „Es kommt zwar auch in Europa ab und zu zu Ausbrüchen, beispielsweise 2013 und 2014,“ sagt Professor Jelinek. „Beim gemeldeten Ausbruch in den USA überrascht allerdings die verhältnismäßig hohe Zahl der Todesfälle, deren Ursache noch nicht vollständig geklärt ist.“

Das Michigan Department hat für die Erkrankten folgende Infektionswege benannt: Der Kontakt zu infizierten Menschen infolge illegalen Drogenkonsums, sexuellen Kontakt oder durch ein enges Zusammenleben. Übertragen wird das Hepatitis A-Virus generell auch durch Nahrungsmittel, die durch menschliche Ausscheidungen kontaminiert sind, wie beispielsweise Gemüse, Salat oder Wasser. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen macht sich die Erkrankung durch unspezifische Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Fieber und Gliederschmerzen bemerkbar. Zusätzlich kann eine Gelbfärbung des Augapfels oder der Haut vorkommen. Häufig heilt die Infektion im Anschluss dieses Stadiums aus. Nur bei einem geringen Prozentsatz findet sich eine vergrößerte, druckschmerzhafte Leber. „Wir schätzen die Gefahr, sich mit Hepatitis A im Department Michigan anzustecken, nach wie vor für gering ein“, so Professor Jelinek. „Ratsam ist es aber, sich im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung mit dem Blick auf die eigene gesundheitliche Verfassung individuell beraten zu lassen und die aktuelle Situation im Blick zu behalten.“ Zudem sei eine sorgfältige Hygiene unerlässlich.

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