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    Das Gefühle-Lern-Programm für Asperger-Kids

     

Ich mag dich!

Stuttgart, Oktober 2014 – „Mama, Papa, ich hab euch lieb“ – das bekommen Eltern von Asperger-Kindern selten von ihren Sprösslingen zu hören. Denn diese Kinder tun sich oft schwer damit, ihre Zuneigung zu zeigen. Wie sie lernen, Gefühle bei sich selbst und bei anderen besser wahrzunehmen und angemessen auszudrücken, erklären die Asperger-Experten Tony Attwood und Michelle Garnett. Ihr neues Buch „Ich mag dich!“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2014) bietet ein „Gefühle-Lern-Programm für Asperger-Kids von 8–13“ Jahren.

Schon in frühen Jahren erwerben Kinder ein intuitives Verständnis für die Art, die Dauer und die Intensität der Zuwendung, die in der jeweiligen Situation einer bestimmten Person gegenüber angemessen ist. Kinder mit Asperger tun sich damit jedoch oft schwer. Sie können die unausgesprochenen Hinweise ihres Gegenübers nicht einordnen und sie erlernen ohne gezielte Unterstützung auch nur ein eingeschränktes Repertoire an Mimik und Gesten, mit denen sie ihre Gefühle ausdrücken können. Das wird zum Beispiel deutlich, wenn eine liebevolle Umarmung der Mutter das Kind einfach nicht tröstet. Im Spiel mit Gleichaltrigen teilen Asperger-Kinder selten ihr Spielzeug. Sie wissen nicht, dass diese Geste anzeigen würde, dass sie ihren Spielkameraden gernhaben. Eventuell zeigen Asperger-Kinder einem Lehrer gegenüber dieselbe Zuneigung wie einem Elternteil und erwarten von ihm eine ebenso große Zuwendung. Sie werden daher oft missverstanden.

Mit dem flexibel gestalteten Lern-Programm von Attwood und Garnett unterstützen Eltern ihre Asperger-Kinder dabei, ihre Verbundenheit mit Familie und Freunden zu teilen. Zeichnungen von Gesichtern und soziale Lerngeschichten greifen alltägliche Situationen auf. Die Kinder lernen, Zuneigung und auch andere Gefühle zu erkennen und auszudrücken. Obwohl für Asperger-Kinder von 8-13 Jahren gestaltet, kann das Training auch Jugendlichen, die zum Beispiel das erste Mal verliebt sind, helfen, sich selbst als liebenswert zu empfinden und mit mehr Selbstvertrauen soziale Situationen zu meistern.

Wissenswertes: Die Neurologie der Zuneigung
Neurologische Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) wie Asperger haben strukturelle und funktionale Abweichungen in der Amygdala ergeben. Dieser Teil des Gehirns ist für das Erkennen und die Regulation von Emotionen wie Wut, Angst, Traurigkeit und Zuneigung zuständig. Menschen mit ASS haben daher Probleme Emotionen wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren.

Die Autoren:
Der Brite Tony Attwood ist klinischer Psychologe und hat in über 30 Berufsjahren praktische Erfahrung auf dem Gebiet Asperger gesammelt. Er veranstaltet Workshops und leitet Kurse für Kinder und Jugendliche und deren Eltern sowie Erwachsene.

Michelle Garnett arbeitet seit 20 Jahren als klinische Psychologin. Sie ist Mitgründerin sowie Direktorin der Klinik „Minds&Hearts“ in Brisbane, Australien speziell für Menschen mit autistischen Störungen.

Buchtipp

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