Indien: Steigendes Risiko für mückenübertragene Erkrankungen während des im Juni beginnenden Monsuns – auf Reisen vor Stichen schützen

Düsseldorf – Mückenübertragene Infektionskrankheiten – Malaria, Dengue- und Chikungunyafieber sowie Japanische Enzephalitis – sind in Indien weit verbreitet. Unter ihnen stellt die Malaria die zahlenmäßig größte Gefahr dar: Zwar sank die Zahl der Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten, doch noch immer werden in Indien jedes Jahr deutlich mehr als eine Millionen Malariafälle registriert. Allein von Jahresbeginn bis Ende Februar 2012 meldeten die Behörden 92 467 Erkrankungen. Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt Urlaubern deshalb, sich während einer Indienreise sorgfältig vor Mückenstichen zu schützen und sich im Vorfeld von einem Reisemediziner zur angemessenen Malariaprophylaxe beraten zu lassen.

„Malaria kommt in Indien landesweit vor, doch die Infektionsgefahr ist je nach Jahreszeit und Region sehr unterschiedlich hoch. Im Nordosten Indiens ist das Risiko am höchsten und landesweit steigt es während des Monsunregen von Juni bis September“, sagt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Zudem besteht zunehmend auch in Großstädten wie Mumbai ein Übertragungsrisiko, da sich die Überträgermücke an die städtischen Brutbedingungen in weniger sauberem Wasser angepasst hat.“ Malaria gehört zu den häufig importierten tropischen Infektionskrankheiten bei Reiserückkehrern: Das Robert Koch-Institut registrierte im Jahr 2010 in Deutschland 617 Fälle.

Malaria, Denguefieber, Japanische Enzephalitis und Chikungunyafieber werden durch Mücken übertragen. Eine Impfung ist nur gegen das Japanische Enzephalitis-Virus möglich. Konsequenter Mückenschutz, sowohl tagsüber als auch nachts, gehört auf Indienreisen deshalb zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen: In Innenräumen empfiehlt es sich, Fenster und Betten mit Moskitonetzen abzudichten. Bei Aufenthalten im Freien sollten Reisende zu heller, geschlossener Kleidung greifen. Dunkle Kleidung dagegen lockt Mücken eher an. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Auf freie Hautstellen sollte Mückenabwehrmittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent aufgetragen werden.

Je nach Ziel, Art und Dauer einer Indienreise kann die vorsorgliche Einnahme von Malariamedikamenten oder aber die Mitnahme einer Arznei zur notfallmäßigen Selbstbehandlung sinnvoll sein. Auch eine Impfung gegen das Japanische Enzephalitis-Virus ist je nach Reiseziel ratsam. Indienurlauber sollten sich hierzu von einem Reisemediziner beraten lassen. Treten nach der Reise Symptome auf, die auf eine Infektion hindeuten - etwa Fieber, Schüttelfrost oder starke Kopfschmerzen - sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen.