Infektionen bei Kindern richtig behandeln

Stuttgart, April 2009 – Noroviren, die Erreger von Durchfallerkrankungen haben 2009 mit mehr als 70 000 Infektionen in Deutschland die dritte Winterepidemie infolge ausgelöst. Fast ein Viertel der Ausbrüche ereignete sich in Kindergärten. Damit Kinderärzte ihre Patienten in solchen Fällen optimal versorgen können, benötigen sie aktuelle Ergebnisse zu Infektionskrankheiten. Mit diesem Ziel hat die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) jetzt ihre neue Ausgabe „DGPI Handbuch – Infektionen bei Kindern und Jugendlichen“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2009) veröffentlicht. Die Empfehlungen zur Diagnose und Therapie sind für Ärzte ähnlich einer Leitlinie nutzbar.

Das Norovirus ist der häufigste nicht bakterielle Erreger von infektiös bedingten Durchfallerkrankungen bei Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In fast acht von 10 000 Fällen verläuft die Infektion tödlich. Bislang können Ärzte lediglich die Symptome behandeln. Denn noch sind keine Medikamente erhältlich, die den Virus hemmen. Auch ein Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung.

Neben den Noroviren hat die DGPI auf Anregung der Leser weitere neue Kapitel aufgenommen. Dazu zählen Augeninfektionen sowie die immunologische Diagnostik bei Kindern mit auffälligem Infektionsprofil. Denn funktioniert das Abwehrsystem nicht richtig, leiden sie besonders häufig an schweren und sich wiederholenden Infektionen. Es ist daher entscheidend und oft lebensrettend, dass Ärzte einen solchen Immundefekt rechtzeitig erkennen. In den meisten Fällen können die Mediziner die Abwehrschwäche gezielt behandeln und damit weitere schwere Infektionen abwenden.

Damit Ärzte die Empfehlungen zur Vorsorge, Therapie und Diagnose zu den mehr als 100 beschriebenen Infektionskrankheiten richtig einschätzen können, unterscheidet die DGPI vier Stufen. Dabei beruft sich Evidenzgrad IV lediglich auf eine Expertenmeinung, während Evidenzgrad I einer kontrollierten Studie zugrunde liegt. Hervorzuheben sind auch die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die Eingang in das Werk gefunden haben. „Für den praktizierenden Arzt hat das Handbuch daher durchaus Leitliniencharakter“, so Dr. Christian Urbanowicz, Programmplaner des Buches beim Stuttgarter Georg Thieme Verlag.

Das Buch richtet sich an Ärzte, die Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche behandeln. Die DGPI ist bemüht das Nachschlagewerk in drei- bis vier-jährigen Abständen zu aktualisieren. Denn nur so können die Inhalte mit den Fortschritten der Infektiologie Schritt halten. Mit dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart fand die DGPI im Sommer 2008 einen neuen Verleger. Die frisch gedruckten Exemplare überreichte der Verlag am 3. April 2009 den Mitarbeitern der DGPI als Dank für die gute Zusammenarbeit.

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