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    Hartmut Fandrey überreicht Ansgar Jonietz seitens des Georg Thieme Verlags die Stehle für den Manager des Jahres 2016. © kma - stickforth

     

„kma“ zeichnet Ansgar Jonietz aus

Berlin/Stuttgart, Januar 2017 – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin „kma“ (Georg Thieme Verlag) hat Ansgar Jonietz, Gründer und Geschäftsführer von „Was hab‘ ich?“ am 12. Januar 2017 auf der Gala des Clubs der Gesundheitswirtschaft (cdgw) zum Manager des Jahres 2016 gekürt.

Das Start-up „Was hab‘ ich?“ übersetzt mit Hilfe ehrenamtlicher Medizinstudenten und Ärzten Befunde für Patienten in laienverständliche Sprache. Seit Gründung 2011 haben rund 1500 Freiwillige 30 000 Übersetzungsanfragen bearbeitet. „Diese Idee ist naheliegend und doch einzigartig“, heißt es in der Begründung der Jury. Das Portal hilft Patienten, ihre Krankheit besser zu verstehen und dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen. Diverse Studien haben gezeigt, dass informierte Patienten häufig ein besseres Behandlungsergebnis erreichen können.

„Hier passiert etwas Disruptives“

„Was hab‘ ich?“ ist ein Meilenstein in der Patientenkommunikation: Die vielen zumeist jungen Ehrenamtlichen werden speziell geschult und durch ihre Übersetzungserfahrung auch künftig Patienten im Stationsalltag aufmerksamer begegnen. In seiner Laudatio merkte Alexander Schachtrupp, Geschäftsführer der B. Braun Stiftung, zudem an: „Hier passiert etwas Disruptives. Man rüttelt am Informationsmonopol der Ärzte.“ Zudem lobt er Jonietz‘ ergebnisorientierte Arbeit: „Er will einen Mehrwert schaffen. Er ist ein Unternehmertyp mit der Fähigkeit zur Abstraktion und zum Querdenken.“
Das Dresdner Unternehmen ist gemeinnützig und lebt vor allem von Spenden. Durch kluges Netzwerken hat Ansgar Jonietz es geschafft, die wichtigsten Protagonisten des Gesundheitswesens für sich zu gewinnen. So schießt die Kassenärztliche Bundesvereinigung jährlich 50 000 Euro hinzu, der AOK-Bundesverband unterstützt das Start-up ebenfalls regelmäßig. Hinzu kommen Spenden von Patienten: Etwa 30 Prozent überweisen im Nachhinein für die grundsätzlich kostenfreie Leistung im Durchschnitt 21 Euro. Darüber hinaus erwirtschaftete die Firma mit dem für die Weisse Liste erarbeiteten „Befunddolmetscher“ eine solide Summe. Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten deutschen Patienten- und Verbraucherorganisationen. Über das Internetportal können sich Patienten rund 10 000 Begriffe aus ärztlichen Befunden übersetzen lassen – ebenfalls kostenfrei.

BMG-Förderung für den Patientenbrief

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist auf „Was hab‘ ich?“ aufmerksam geworden. Sein Haus fördert ein neues weiterführendes Projekt: den Patientenbrief. Es handelt sich um einen Entlassbrief für Patienten, in dem Krankheit, Diagnostik, Therapie und Prävention je nach Indikation auf bis zu 15 Seiten ausführlich erklärt werden. In der Paracelsus-Klinik Bad Ems läuft dazu seit knapp eineinhalb Jahren ein Pilotprojekt. Der Patientenbrief wäre für „Was hab‘ ich?“ eine Möglichkeit, mit der Befundübersetzung langfristig Geld zu verdienen. Denn in diesem Fall würden die Kliniken die Leistung finanziell honorieren.

Die diesjährige Jury:

Die kma vergibt den Preis „Manager des Jahres“ bereits zum 13. Mal. Seitens der kma befanden die Herausgeber Axel Ekkernkamp, Florian Gerster und Barbara Nepp sowie die Chefredakteurin Kirsten Gaede über den diesjährigen Preisträger. Darüber hinaus waren Christoph Hirschfeld, Programmbereichsleiter Gesundheitswirtschaft des Georg Thieme Verlags, Michael Emmrich für den Club der Gesundheitswirtschaft (cdgw), Joachim Prölß, Vorstand und Pflegedirektor Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, und Jonas Schreyögg, Wissenschaftlicher Direktor des Hamburg Center for Health Economics, an der Urteilsfindung beteiligt.

Die bisherigen Preisträger im Einzelnen:

2016 Ansgar Jonietz, Gründer und Geschäftsführer von „Was hab‘ ich?“
2015 Joachim Prölß, Vorstand und Pflegedirektor Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
2014 Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin Universitätsklinikum Heidelberg
2013 Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender BVBG
2012 Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender Drägerwerk AG
2011 Bernd Weber, Gründer und Vorstandsvorsitzender Agaplesion gAG
2010 Ines Manegold, Vorstandsdirektorin Kabeg
2009 Hans-Georg Näder, Geschäftsführender Gesellschafter Otto Bock GmbH
2008 Wolfgang Pföhler, Vorstandvorsitzender Rhön-Klinikum AG
2007 Erich Reinhardt, Vorstandsmitglied Siemens AG
2006 Ulrich Wandschneider, Vorstandsvorsitzender Mediclin AG
2005 Norbert Klusen, Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse
2004 Axel Paeger, Vorstandsvorsitzender Ameos AG