Lesen schafft Zukunft: Vorlesen fördert Ideen und Integration

Stuttgart, November 2012 – 400 Lesepaten lesen derzeit regelmäßig in Stuttgarter Kindergärten und Tagesstätten vor. Damit schaffen sie eine wichtige Grundlage für ein verbessertes Sprachvermögen und die späteren Chancen der Kinder in Schule und Beruf. Der Stuttgarter Verein Leseohren e.V., vor allem unterstützt vom Initiativkreis Lesen, der Bürgerstiftung Stuttgart und dem Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart, engagiert sich seit nunmehr zehn Jahren für die Leseförderung in der Stadt. Dafür wurde der Verein heute als „Bildungsidee“ der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Trotz großer Erfolge gibt es noch „Brennpunkt“-Stadtteile, in denen das Engagement weiter ausgebaut werden muss. Dieses Ziel war unter anderem Thema eines Pressegesprächs anlässlich des 10-jährigen Jubiläums am Donnerstag, den 8. November 2012.

Astrid Lindgren sagte einmal: „Ich will für einen Kreis schreiben, der Wunder bewirken kann. Nur Kinder können Wunder bewirken. Darum brauchen Kinder Bücher.“ Vorlesen ist dabei häufig der erste Schritt in die Welt der Bücher. Doch immer weniger Kindern wird vorgelesen. Was Familien häufig nicht mehr leisten, müssen Institutionen wie Kindergärten, Bibliotheken und Schulen übernehmen – oder die 400 Lesepaten des Vereins Leseohren e.V.. Allerdings gibt es in Stuttgart immer noch Stadtteile mit zu wenigen Lesepaten. Ob der Stuttgarter Westen, Zuffenhausen oder Bad Cannstatt – in einigen Bezirken gilt es, auch zukünftig weitere Bürger als Lesepaten, aber auch die Stadt für die Initiative zu gewinnen.

Vorgelesen wird überwiegend in deutscher Sprache, aber nicht nur. Auch Türkisch, Griechisch, Russisch und Englisch sprechende Lesepaten sind mittlerweile aktiv. Das ist vor allem für Kinder interessant, die in Deutschland aufwachsen, deren Eltern jedoch eine andere Sprache sprechen. Bei ihnen kommt es immer häufiger vor, dass sie weder ihre Mutter- noch die Sprache ihres Lebensraums perfekt beherrschen.
„Gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund kann Vorlesen in ihrer Heimatsprache die Grundlage für das Entwickeln auch deutscher Sprachkenntnisse schaffen und so zu Integration und mehr Bildungserfolg beitragen“, begründet Bettina Kaiser, Geschäftsführerin der Leseohren e.V., den Einsatz.

Das Engagement der Leseohren e.V. ist nicht nur in Stuttgart etwas Einmaliges, sondern auch bundesweit. Am Donnerstag, den 8. November 2012, wurde das Stuttgarter Vorleseprojekt zu einem von 52 Preisträgern des Wettbewerbs „Ideen für die Bildungsrepublik“ ausgezeichnet – eine Ausschreibung der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, an der deutschlandweit 1.100 Bildungsprojekte teilnahmen.

Zum Engagement:
Der Verein Stuttgarter Leseohren e.V. unter Leitung von Bettina Kaiser konnte in den vergangenen Jahren rund 2000 Kinder wöchentlich durch Vorlesen erreichen. Dies war nicht zuletzt aufgrund der großzügigen Unterstützung von Partnern wie der Breuninger Stiftung, der Bürgerstiftung Stuttgart, der Louis Leitz Stiftung und dem Initiativkreis Lesen möglich. Aufwendig sind vor allem die Ausbildung der ehrenamtlichen Lesepaten und die Koordination zwischen Paten und Vorleseeinrichtung. Wer Interesse hat, als Lesepate aktiv zu werden, kann sich an die Geschäftsstelle der Stuttgarter Leseohren e.V. wenden: Bettina Kaiser, Zentrale Kinderbibliothek, Telefon 0711/216-96535, Fax
0711/216-96557, info@leseohren-aufgeklappt.de.

Zum Initiativkreis Lesen:
Zum Initiativkreis Lesen gehören die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, die Ernst Klett AG, MairDumont, der Georg Thieme Verlag, die Medienholding Süd mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten sowie die Rotenberg Verlag GmbH mit der Cannstatter und der Untertürkheimer Zeitung. Der Initiativkreis Lesen will bei Kindern die Lust am Lesen wecken und die Lesekompetenz stärken, um heranwachsenden Generationen den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. Das sichert auch den Innovations- und Kreativstandort Stuttgart: Langfristig werden durch Leseförderung weiterhin Fortschritt und kulturelle Impulse von der Stadt ausgehen. Die Stuttgarter Leseohren sind das erste Förderprojekt des Initiativkreises.