• Asperger © Silke Weinsheimer, TRIAS Verlag

    Die Welt von Asperger-Autisten ist überwiegend rational. Gefühle können sie kaum wahrnehmen. Schwierig für eine Liebesbeziehung und ein Familienleben.

     

Eine ungewöhnliche Liebe: Partnerschaft, Familie und das Asperger-Syndrom

Stuttgart, Juni 2014 – Wie lebt man mit einem Partner zusammen, der die Welt ganz anders wahrnimmt als man selbst, der keinen Menschen „braucht“ und der die liebevollen kleinen Gesten des Alltags nicht erwidern kann? Nach über zehn Jahren Ehe und acht gemeinsamen Kindern hat Corinna Fischer ihre Antworten auf einige dieser Fragen gefunden. Denn heute weiß sie: „Ich liebe einen Asperger.“ Im gleichnamigen Ratgeber (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2014) erzählt sie gemeinsam mit ihrem Mann Bob von ihrer außergewöhnlichen Liebe und ihrem turbulenten Familienleben.

Bob Fischer lebt mit dem Asperger-Syndrom, einer milden Form des Autismus. „Als wir uns ineinander verliebten und uns später das Jawort gaben, wussten weder Bob noch ich, dass er Autist ist. Mir gefiel seine bodenständige, verlässliche Art“, erzählt Corinna Fischer. „Dass wir so unterschiedlich sind, als kämen wir von zwei Planeten, konnten wir beide damals nicht ahnen.“ Als nach der Hochzeit die üblichen Zeichen der Liebe ausblieben, war sie verzweifelt: Warum nimmt mich mein Mann nicht in den Arm, ist abweisend, wenn ich ihn anspreche und beantwortet mein trauriges Weinen mit Schweigen? Liebt er mich überhaupt?

Erst als die älteste Tochter Laura und der ein Jahr jüngere Sven ähnliche Auffälligkeiten zeigen, kommen sie dem Grund für die gegenseitig oft völlig unverständlichen Verhaltensweisen auf die Spur: Sowohl Bob als auch Laura sind Asperger-Autisten und auch Sven ist belastet. Im Alltag sind oft alle gleichermaßen überfordert.

Bobs Welt als Asperger-Autist ist überwiegend rational. Gefühle kann er kaum wahrnehmen, Mimik nur schwer deuten. Alles Zwischenmenschliche belastet ihn und kostet Kraft. Er muss für jede soziale Situation lernen, wie man sich angemessen verhält. Bobs Verhalten nach der Hochzeit erklärt Corinna Fischer sich heute so: „Für ihn war klar, dass wir uns liebten. Eine bekannte Tatsache zu erwähnen oder für ein bereits erreichtes Ziel Kräfte zu investieren, ist für ihn nicht sinnvoll.“

Mit ihrem Buch „Ich liebe einen Asperger“ gewähren Bob und Corinna Fischer Einblick in ihr ungewöhnliches Familienleben, erklären, was ihnen geholfen hat, wie sie sich im Alltag arrangieren und sie sich in ihrer Andersartigkeit annehmen konnten.

Wissenswertes: „Unsichtbar autistisch“

„Mein Mann und auch meine älteste Tochter waren lange Zeit „unsichtbar autistisch“. In der Außenwelt „funktionierten“ sie so gut, dass andere Menschen (ich auch) und selbst Ärzte den Autismus lange Zeit nicht erkannten. Dieser „unsichtbare Autismus“ führt zu einer unglaublichen Überforderung der Betroffenen und ihrer Familien. Unsere Tochter hat uns zu Asperger-Insidern gemacht und mit dem Verständnis wurde vieles leichter.“  

Die Autoren:

Corinna und Bob Fischer (Pseudonyme) kannten sich bereits seit vielen Jahren, bevor sie sich ineinander verliebten und heirateten. Beiden war nicht klar, dass Bob das Asperger-Syndrom hat und das Zusammenleben, die Kommunikation und der Alltag mit kleinen Kindern eine unglaubliche Belastung für ihn – und damit auch seine Ehefrau – darstellen würden.

Ich liebe einen Asperger!
Corinna Fischer, Bob FischerIch liebe einen Asperger!

Unsere Ehe, unsere Kinder - und das Asperger-Syndrom

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