• Mädchen & Frauen mit Asperger

    Überraschend, unauffällig, anders – Mädchen & Frauen mit Asperger

     

Unauffällig – Mädchen und Frauen mit Asperger

Stuttgart, Juni 2013 – Mädchen und Frauen sind von autistischen Störungen, wie dem Asperger-Syndrom, seltener betroffen als Jungen und Männer. Ihre Auffälligkeiten werden oft als Eigenheiten gewertet und seltener als Symptome erkannt. Sie sind ruhiger und können ihr Verhalten besser kontrollieren, leiden aber genauso unter ihrer Andersartigkeit. Rechtzeitig erkannt, können gezielte Fördermaßnahmen wertvolle Hilfe und Gewissheit bieten. Im neuen Ratgeber „Überraschend anders – Mädchen und Frauen mit Asperger" (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2013) von Dr. Christine Preißmann, selbst Asperger-Autistin, berichten Betroffene und Angehörige, wie sie Schulzeit und Pubertät erlebt haben und welche Unterstützung nötig ist, damit sie ihr Leben als erwachsene Frauen selbstbestimmt gestalten können.

Der mangelnde Blickkontakt wirkt schüchtern und der oft praktische Kleidungsstil auf die Mitschüler befremdlich. Im Unterricht verhalten sich Mädchen mit Asperger-Syndrom eher passiv und geben sich große Mühe, alles richtig zu machen. „Die betroffenen Mädchen werden daher oft lediglich als „seltsam" wahrgenommen, nicht jedoch als umfassend beeinträchtigt. Das Asperger-Syndrom wird oft erst spät erkannt – wichtige Fördermaßnahmen bleiben aus“, weiß die Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie.

Bis zur späten Diagnose im Jugend- oder Erwachsenenalter fühlen sich viele Asperger-Autistinnen isoliert und durch ihre Andersartigkeit täglich verwirrenden Situationen ausgesetzt. Dabei sind betroffene Mädchen und Frauen häufiger sozial veranlagt als Jungen und zeigen großes Interesse an Freundschaften: „Im Jugendalter hatte ich meine erste große Krise durchzustehen", erzählt Dr. Christine Preißmann. „Nach und nach wurde mir immer stärker bewusst, dass meine Klassenkameradinnen Freunde hatten und ich nicht. Diese Erkenntnis tat mir weh. Eine liebe Freundin, das wäre immer noch mein größtes Glück." Welche Unterstützung nötig ist, damit sich Asperger-Autistinnen trotz ihrer Beeinträchtigung ihren Wunsch nach Freundschaft, Partnerschaft oder Kindern erfüllen können, erklärt Dr. Christine Preißmann in ihrem Ratgeber. Sie gibt lebenspraktische Tipps rund um Haushaltsführung und Beruf und lässt eine Psycho- und eine Ergotherapeutin ihre Erfahrungen schildern. Der Ratgeber richtet sich an alle Beteiligten: an selbst betroffene Menschen und ihr soziales Umfeld, aber auch an alle Interessierten und Fachleute wie Therapeuten, Pädagogen und Ärzte.

Wissenswertes: Asperger-Autismus in Zahlen

Unter 1000 Kindern finden sich zwischen einem und drei Asperger-Autisten, so die Angabe des Bundesverbandes zur Förderung von Menschen mit Autismus, autismus Deutschland e.V. Experten gehen meist von einem Geschlechterverhältnis von einem Mädchen auf 6-8 Jungen aus. „Inzwischen diskutiert man jedoch zunehmend, ob die „wahre Verteilung" nicht eher bei ca. 1:4 oder gar 1:2,5 liegt“, erklärt Dr. Christine Preißmann.

Die Autorin
Dr. Christine Preißmann ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie. Sie ist nicht nur eine gefragte Autismus-Expertin, die Vorträge hält, Fachartikel und Bücher schreibt, sondern auch selbst Autistin und damit Teil einer Minderheit in einer Gruppe überwiegend männlicher Betroffener.

 

Buchtipps

Überraschend anders: Mädchen & Frauen mit Asperger
Christine Preißmann, Marion Bayer, Nicole Höhlriegel, Christine Meyer, Meike MillerÜberraschend anders: Mädchen & Frauen mit Asperger

EUR [D] 19,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.