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    Immer öfter weicht das analoge Spielen der Nutzung von Smartphone oder Tablet. © patrick/Adobe.stock.com

     

Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen: Ab wann vertretbar und wie viel ist gesund?

fzm, Stuttgart, September 2020 - Der Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu, auch und gerade während der aktuellen Corona-Pandemie: So zeigen jüngst veröffentlichte Zwischenergebnisse einer laufenden DAK-Studie, dass die Online-Spielzeit unter den zehn- bis 17-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr während des Lockdowns werktags um bis zu 75 Prozent angestiegen ist. Tablets und Smartphones gehören in vielen Haushalten zur Grundausstattung. Dadurch hat auch der Mediengebrauch von (Klein-)Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mit den möglichen Folgen, die eine zu frühe oder zu intensive Mediennutzung auf die Entwicklung von Heranwachsenden haben kann, beschäftigen sich Experten in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Kinder- und Jugendmedizin" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart.2020).

Medien und frühe Kindheitsentwicklung

Der Einsatz elektronischer Medien in der frühen Kindheit wird häufig kontrovers diskutiert. Professor Dr. Volker Mall stellt in seinem Artikel Studien vor, die sich mit möglichen Auswirkungen einer frühen Medienexposition auf die Entwicklung von Kleinkindern beschäftigen. Dabei werden sowohl Unterhaltungsmedien als auch Medien mit "pädagogisch wertvollem" Angebot kritisch hinterfragt. Professor Mall ist Lehrstuhlinhaber für Sozialpädiatrie an der Technischen Universität München (TUM) und Ärztlicher Direktor des „kbo-Kinderzentrum München“. Die Einrichtung ist spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen.

Medienprävention im frühen Kindesalter aus entwicklungsneurologischer Sicht

Dr. Ulrike Gaiser ist Kinderärztin und an der Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, Kinderzentrum Maulbronn, tätig. Sie berichtet über die Möglichkeiten, vor allem aber die Risiken einer hohen Mediennutzung bei Kindern mit Beeinträchtigungen und Entwicklungsstörungen. Sie gibt viele praxisrelevante Tipps.

Internetbezogene Störungen bei Jugendlichen

Jennifer Wernicke und Professor Dr. Christian Montag vom Institut für Psychologie und Pädagogik an der Universität Ulm widmen ihren Beitrag internetbezogenen Störungen. Dabei zeigen sie sowohl Risiko- als auch Schutzfaktoren auf und beschreiben mögliche Interventionsmaßnahmen.

Nutzung von sozialen Medien durch Kinder und Jugendliche

Der Beitrag von Dr. Kai W. Müller von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Mainz befasst sich spezifisch mit dem Thema soziale Medien. Er erläutert, wann der Umgang mit sozialen Medien als bedenklich eingeschätzt werden muss und wie in diesem Falle reagiert werden kann.

Cybermobbing

Dr. Frank W. Paulus, Professor Dr. Eva Möhler, Dr. Susanne Ohmann und Dr. Christian Popow (Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitäten in Homburg/Saar, Heidelberg und Wien) befassen sich in ihrem Beitrag mit dem vor allem im Jugendalter relevanten Thema Cybermobbing. Es werden verschiedene Formen, Risikofaktoren sowie mögliche Folgen vorgestellt.

Digitale Gesundheitsangebote für Kinder

Abschließend rückt Dr. Claudia Lampert vom Leibniz-Institut für Medienforschung│Hans-Bredow-Institut Hamburg digitale Gesundheitsangebote für Kinder in den Fokus. Dabei zeigt sie sowohl Chancen als auch mögliche Risiken von Fitnesstrackern, (Serious) Games for Health und Gesundheits-Apps auf.

Kinder- und Jugendmedizin 2020
Medien und Kindergesundheit
20 (4); August 2020

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