Mein Schlaganfall und seine Folgen

Stuttgart, Dezember 2010 - 2005 erlitt der Schauspieler, Komiker, Musiker und Synchronsprecher Peer Augustinski einen schweren Schlaganfall. Und plötzlich spielte eine Halbseitenlähmung eine wesentliche Rolle in seinem Leben. Unter Anleitung der Physiotherapeutin Doris Brötz arbeitet Peer Augustinski bis heute daran, die Folgen der Hirnblutung zu überwinden und die Kontrolle über seine gelähmte linke Körperseite zurückzuerlangen. „Aus heiterem Himmel. Mein bewegtes Leben vor und nach dem Schlaganfall“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2010) ist im Frühjahr als Buch erschienen. Auf der gleichnamigen CD liest Peer Augustinski selbst: Er erzählt von den Höhen und Tiefen, die er nach seinem Schlaganfall erlebte und wie er zurück in ein bewegtes Leben fand.

„Manchmal habe ich das Gefühl, es wird immer besser. An anderen Tagen denke ich, es geht überhaupt nichts voran“, berichtet Peer Augustinski. „Da ich schon immer ein ungeduldiger Mensch war, fällt es mir oft schwer zu akzeptieren, dass ich noch nicht weiter bin. Dann werde ich wütend und ungerecht, auch mir selbst gegenüber. Trotzdem bin ich grundsätzlich guten Mutes, dass ich, wenn ich nur weiter fleißig übe, noch viel erreichen werde.“

Viereinhalb Jahre nach dem Schlaganfall hat Peer Augustinski bereits wieder ein hohes Maß an Selbstständigkeit erreicht. Dass er nicht nur wieder Auto fahren, sondern auch in seinem Beruf als Synchronsprecher arbeiten kann, verdankt er seiner eigenen Hartnäckigkeit und der Therapie von Doris Brötz. Im Mittelpunkt des Trainings steht das aktive Üben alltagsrelevanter Bewegungsabläufe wie etwa Gehen und Greifen. „Komplizierte Bewegungen werden zunächst in einzelnen Abschnitten und anschließend im Zusammenhang wiederholt. Immer und immer wieder“, erklärt die Physiotherapeutin.

Neben den konkreten Maßnahmen und Übungen, die in Wort und Bild vorgestellt werden, erklärt sie Ursachen und Folgen eines Schlaganfalls und worauf es auf dem Weg zurück in ein selbstständiges und aktives Leben ankommt. Dazu erzählt Peer Augustinski aus seinem bewegten Leben – vor und nach dem Schlaganfall.

Die Autoren

Peer Augustinski, Jahrgang 1940, ist Schauspieler, Musiker, Halbseitengelähmter, Komiker, Synchronsprecher und Patient. In den 1970er-Jahren wurde er mit der Comedyserie „Klimbim“ bekannt. Es folgten zahlreiche Rollen am Theater, in Literaturverfilmungen und Serien. Als Synchronsprecher verleiht er zahlreichen Filmfiguren einen unverwechselbaren Charakter. Zudem nahm Augustinski bereits zahlreiche Hörbücher auf. Nach seinem Schlaganfall im Herbst 2005 ist er heute wieder in seinem Beruf als Sprecher tätig.

Doris Brötz ist Physiotherapeutin. Sie arbeitet am Institut für Medizinische Psychologie der Universitätsklinik Tübingen in einem Forschungsprojekt zur Schlaganfallrehabilitation und in eigener Praxis. Außerdem hat sie einen Lehrauftrag im Masterstudiengang Physiotherapie der Fachhochschule Hildesheim. Sie ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und Bücher.

Wie kann man im Alltag trainieren?

Neu erworbene Fähigkeiten konsequent im Alltag einzusetzen erhält und vertieft den Trainingseffekt. Man sollte alles selbstständig machen, was man kann, auch wenn es etwas Zeit braucht. Sich zum Beispiel immer selbstständig anziehen. Dabei trainiert man Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Außerdem braucht man Betätigungen, bei der die Halbseitenlähmung nicht im Vordergrund steht: andere Menschen treffen, eine Zirkusvorstellung besuchen, fotografieren, arbeiten gehen...

Buchtipp

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