• Demenz © Roland Stöppler, TRIAS Verlag

    Hinter jeder Diagnose steht ein Mensch mit seinem gelebten Leben, der auch zukünftig noch am Leben teilhaben und es genießen möchte. © Roland Stöppler, TRIAS Verlag

     

Mit Demenz leben – den Alltag gestalten

Stuttgart, November 2015 – Die Diagnose Demenz ist für Betroffene und Angehörige zunächst einmal ein Schock. Doch die Erkrankung verliert an Schrecken, wenn es gelingt, dass der Betroffene das eigene Leben, wenn auch eingeschränkt, bis zuletzt mitgestaltet. Denn so bleibt die Lebensqualität für Erkrankte wie Angehörige weitgehend erhalten. Die Malteser in Deutschland begleiten und versorgen Menschen und Demenz. Sie haben jetzt ein Buch herausgegeben, mit dem sie Angehörige und Pflegende auf ihrem Weg durch die Demenz begleiten und im Alltag unterstützen: „Mit Demenz leben. Den Alltag gestalten“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2015).

„Das Buch soll dazu beitragen, Unsicherheiten und Ängste abzubauen und einen offenen Zugang zu Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu ermöglichen“, erklären die Autoren. Deshalb informiert es nicht nur über das Krankheitsbild, sondern zeigt auch, wie kleine Veränderungen im Alltag Erleichterung bringen. Denn: „Hinter jeder Diagnose steht ein Mensch mit seinem gelebten Leben, der auch zukünftig noch am Leben teilhaben und es genießen möchte“, so die Autoren.

Aufstehen, Duschen, Essen und die eigene Freizeit gestalten: Je weiter die Demenz fortschreitet, desto mehr sind Betroffene in diesen Bereichen auf Hilfe angewiesen. Für Angehörige und Pflegende ist es wichtig zu überlegen: Wie kann es gelingen, den notwendigen Respekt zu wahren? Was bedeutet es, dem Menschen selbständige und selbstbestimmte Teilhabe am Alltag zu ermöglichen? Was hilft ihnen und gleichzeitig denjenigen, die für sie da sind? Wenn den Betroffenen zum Beispiel die Orientierung in den eigenen vier Wanden zunehmend schwerer fällt, helfen farbliche Kontraste. Rot ist eine Farbe, die die Orientierung besonders gut unterstützt. Dieser Umstand kann bei der Gestaltung von Wohnbereichen bewusst genutzt werden: Wichtige Gegenstände werden gezielt rot markiert und andere, die nicht wahrgenommen werden sollen, wie vielleicht die Haustür, werden Ton in Ton mit der Umgebung gehalten und dadurch „getarnt“.

Im Ratgeber „Mit Demenzen leben“ finden sich zahlreiche konkrete Tipps für die Alltagsgestaltung. „Menschen mit einer Demenz wollen trotz aller Einschränkungen ‚dazu gehören‘. Sie möchten etwas Sinnvolles tun. Es kommt darauf an, ihre noch vorhandenen Stärken zu erkennen und sie darin zu unterstützen, diese zu nutzen“, erklären die Autoren.

Wissenswertes: Stiftung Silviahemmet
Die Malteser arbeiten seit einigen Jahren bei der Begleitung von demenziell erkrankten Menschen und deren Angehörigen nach dem Palliativen Ansatz der Silviahemmet-Stiftung, die von der schwedischen Königin Silvia gegründet wurde. Die vier Prinzipien sind: Lernen von den Betroffenen, eine offene Kommunikation, die Sorge um die Angehörigen und das Einbinden aller Beteiligten im Sinne der Teamarbeit. Die Basis der Arbeit bildet die Überzeugung, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Diese Würde ist nicht abhängig von seiner kognitiven Leistungsfähigkeit und seinem gesellschaftlichen Nutzen.

Die Autoren:
Dr. Jochen Gerd Hoffmann ist Internist, Geriater und Palliativmediziner. Mit dem Thema Demenz beschäftigt sich der Chefarzt der Abteilung Akutgeriatrie und der Tagesklinik am St. Hildegardis Krankenhaus Köln seit vielen Jahren. Seit 2009 ist der Stellvertretende Ärztlicher Direktor „Silviahemmet Trainer“.

Dr. Ursula Sottong ist Ärztin, Gesundheitswissenschaftlerin und Silviahemmet Trainerin. Bei den Maltesern leitet sie neben der Abteilung für Gesundheitsforderung & Prävention die dortige Fachstelle Demenz.

Buchtipp

Mit Demenz leben
Malteser Deutschland gGmbH Dr. med. Ursula Sottong MPHMit Demenz leben

Den Alltag gestalten

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