Muskelverletzungen im Sport

Stuttgart, Juli 2010 - Rund 35 Prozent aller Verletzungen im Fußball und etwa ebenso viele in der Leichtathletik betreffen die Muskulatur und sorgen so für zahlreiche Ausfälle im Profisport. Aber auch bei Freizeitsportlern sind Muskelverletzungen keine Seltenheit. Ohne fachgerechte Behandlung können sie zu langwierigen Problemen führen. Das für die Diagnostik und Therapie notwendige Fachwissen war bislang nur Einzelpublikationen zu entnehmen. Mit dem Fachbuch „Muskelverletzungen im Sport“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010) von Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Privatdozent Dr. med. Peter Ueblacker und Dr. med. Lutz Hänsel liegt jetzt die erste umfassende Monografie zum Thema vor.

Die Interpretation und Einstufung von Muskelverletzungen hat bisher nicht unter einheitlichen Kriterien stattgefunden. „Es gab bislang keine sinnvolle, allgemeingültige und praktikable Klassifikation, ja nicht einmal eine homogene Terminologie“, so Dr. Müller-Wohlfahrt, Arzt des FC Bayern München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Unter einer Muskelzerrung werden zum Beispiel unterschiedliche Entitäten verstanden; Muskelbündelrisse werden als Muskelfaserrisse bezeichnet, Muskelfaserrisse als Muskelzerrungen und so weiter.“

Gemeinsam mit Dr. Peter Ueblacker und Dr. Lutz Hänsel, mit denen er das MW Zentrum für Sportmedizin und Orthopädie in München betreibt, hat er eine umfassende Klassifikation erstellt, in der jede Muskelverletzung eindeutig eingeordnet und damit die optimale Therapie abgeleitet werden kann. „Wir haben uns dabei an der Anatomie und ihren nachvollziehbaren Strukturen orientiert. Dies ist insbesondere zur Abgrenzung von Verletzungen des Muskelgewebes wie etwa Muskelfaserriss und Muskelbündelriss sinnvoll und erleichtert deutlich die Diagnosestellung“, erklärt Dr. Peter Ueblacker. Während beim Muskelfaserriss mehrere Muskelfasern mit einem Gesamtdurchmesser von bis zu fünf Millimetern zerreißen, werden beim Muskelbündelriss größere Muskelbündel von bis zu einigen Zentimetern Durchmesser mit allen im Muskel befindlichen Strukturen geschädigt. Diese Verletzung ist wesentlich schwerwiegender. Bei adäquater Behandlung ist die volle sportliche Belastbarkeit beim Muskelfaserriss bereits nach etwa 14 Tagen wieder erreicht. Beim Muskelbündelriss dauert der Heilungsprozess deutlich länger.

Die Herausgeber blicken auf eine jahrzehntelange Berufserfahrung zurück, in denen sie über 30000 Muskelverletzungen – überwiegend bei Profisportlern – diagnostiziert und therapiert haben. Auf der Grundlage ihrer gesammelten Erfahrungen haben sie jetzt das Lehr- und Nachschlagewerk „Muskelverletzungen im Sport“ herausgegeben. Es stellt alle die Muskulatur betreffenden Aspekte umfassend dar – angefangen bei der funktionellen Anatomie, der Physiologie, Molekularbiologie und Neuropsychologie bis hin zur Prävention und Rehabilitation – und ermöglicht damit eine sichere Diagnose und Therapiewahl.

Die Herausgeber

Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist seit über 30 Jahren als Vereinsarzt des FC Bayern München und Vertrauensarzt für zahlreiche Profisportler tätig. Seit 1996 betreut er zudem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. 2008 gründete er das Müller-Wohlfahrt-Zentrum für Orthopädie und Sportmedizin in München, das er gemeinsam mit Privatdozent Dr. med. Peter Ueblacker und Dr. med. Lutz Hänsel führt.

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