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    Zur Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion hat sich der Nasen-Rachen-Abstrich zum Nachweis von Virusgenen etabliert. © frittipix/stock.adobe.com

     

Nasen-Rachen-Abstrich sicher und korrekt durchführen

fzm, Stuttgart, Februar 2021 - Zur Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion hat sich der Nasen-Rachen-Abstrich zum Nachweis von Virusgenen etabliert. Die korrekte Durchführung der Sekretentnahme spielt für ein zuverlässiges Testergebnis eine entscheidende Rolle. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart.2021) zeigt, wie es geht, welche Schutzmaßnahmen notwendig sind und wie der Abstrich möglichst ressourcen- und materialschonend durchgeführt werden kann. Ein Video veranschaulicht das Vorgehen zusätzlich und kann auch für Patientinnen und Patienten zur Vorbereitung auf einen anstehenden Test interessant sein.

„Der tiefe Nasen-Rachen-Abstrich ist in der aktuellen Pandemie am besten untersucht und bei richtiger Technik einfach und komplikationslos durchzuführen. Hierbei bietet die Kombination aus oro- und nasopharyngealem Abstrich die höchste Sensitivität“, erläutert Erstautor Dr. med. Anselm Kunstein. Der Facharzt für Innere Medizin ist an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf tätig. Gemeinsam mit einer Kollegin und drei weiteren Kollegen hat er die wichtigsten Aspekte der Probenentnahme zusammengefasst.

Schutzausrüstung für Personal

Für die Untersuchung empfehlen die Ärzte, einen separaten und gut belüfteten Raum aufzusuchen. Das durchführende Personal muss über eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) verfügen. Diese besteht aus einer Haube, einem Schutzvisier, einer FFP-2- oder FFP-3-Maske, einem wasserabweisenden Schutzkittel sowie über den Kittelbund reichende Einmalhandschuhe. „Wichtig ist insbesondere ein spaltfreies, rundherum dichtes Anliegen der Maske, da die Schutzwirkung hiervon maßgeblich beeinflusst wird“, betonen Kunstein und Ko-Autoren. Insbesondere der Rachenabstrich gehe mit einem erhöhten Infektionsrisiko für den Untersucher einher. Denn das Streichen des Tupfers über die hintere Rachenwand führe meistens zu einem starken Würgereiz und Husten und so zu einer vermehrten Aerosolbildung. „Informieren Sie den Patienten vor Beginn des Abstrichs über den Ablauf der Untersuchung und den häufig auftretenden Würgereiz“, raten die Mediziner.

Erst der Rachen, dann die Nase

Um ressourcen- und materialschonend vorzugehen, sollten beide Abstriche mit demselben Tupfer entnommen werden. Das Autorenteam empfiehlt, mit dem Rachenabstrich zu beginnen. Zum einen, weil ein umgekehrtes Vorgehen, von den Patienten als unhygienisch empfunden würde. Zum anderen, weil das notwendige tiefe Einführen des Tupfers in die Nase aus anatomischen Gründen nicht bei jedem Patienten möglich sei.

Einführtiefe beim Nasenabstrich

Auf den Rachenabstrich folgt der Nasenabstrich. Dabei wird der Tupfer unter drehenden Bewegungen ungefähr parallel zum Gaumen soweit wie möglich in das Nasenloch eingeführt, damit von der Rachenhinterwand Probenmaterial aufgenommen werden kann. Die Einführtiefe entspricht in etwa dem Abstand zwischen Nasenloch und Ohr des Patienten. Oft kann eine auf dem Tupfer angebrachte Sollbruchstelle als Anhaltspunkt für die korrekte Einführtiefe herangezogen werden.

Kann der Tupfer nicht tief genug eingeführt werden, sollte er vorsichtig zurückgezogen und ein weiterer Versuch am gegenseitigen Nasenloch unternommen werden. In keinem Fall solle der Tupfer gegen Widerstand oder mit viel Kraft vorgeschoben werden, betonen die Experten. Gleichzeitig geben sie aber zu bedenken, dass bei zu geringer Einführtiefe das Untersuchungsergebnis erheblich beeinträchtigt werden könne.

Abstrichtupfer mit geeignetem Transportmedium

Für den Abstrich müssen zudem geeignete Abstrichtupfer mit passendem Transportmedium zum Virusnachweis bereitstehen. Im Notfall und bei kurzer Transportdauer können auch trockene Abstrichtupfer mit etwas NaCl-Lösung befeuchtet werden. Ungeeignet sind Tupfer mit Agarmedium. „Bei Unsicherheiten kann das Labor, das die Proben untersucht, verbindliche Aussagen hierzu machen“, so die Experten.

Schritt-für-Schrittanleitung auch als Video abrufbar

In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf und webtvcampus, einem Anbieter von Online-Schulungen und Unterweisungen für Gesundheitseinrichtungen, haben die Autoren ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung auch in einem Video zusammengefasst. Beides steht über www.thieme.de/corona frei zur Verfügung und veranschaulicht das Vorgehen für das durchführende Personal, aber auch für Patienten gut.

A. Kunstein et al.:
Oro- und nasopharyngealer Abstrich – Schritt für Schritt
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2021; online erschienen am 19.1.2021
inklusive Erklärvideo

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