• Wieslaw Nowinski © European Inventor Award, EPO

    Professor Wieslaw Nowinski © European Inventor Award, EPO

     

Thieme Autor Wieslaw Nowinski für Europäischen Erfinderpreis nominiert

Stuttgart/New York, Juni 2014 – Die dreidimensionale Darstellung des Gehirns macht es Wissenschaftlern heute möglich, die komplexen Strukturen des menschlichen Gehirns zu erforschen und zu verstehen. Für seine 3D-Gehirnatlanten ist der Thieme Autor Wieslaw Nowinski für den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Lebenswerk nominiert. Den Preis vergibt das Europäische Patentamt. Er wird am 17. Juni 2014 von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin verliehen.

Der Computerdesigner Wieslaw Nowinski hat unzählige Gehirnscans zu dreidimensionalen Darstellungen des Gehirns zusammengesetzt. Die so entstandenen 3D-Gehirnatlanten aus dem Thieme Verlag haben die Hirnkartierung revolutioniert. Sie helfen Wissenschaftlern dabei, Gehirnerkrankungen besser zu verstehen und Traumata besser zu behandeln.

Die Modelle des Gehirns in den Atlanten kann der Nutzer auf unterschiedliche Weise steuern und anpassen: So lassen sich die Bilder von bestimmten Patienten auf eine Darstellung aus Nowinskis Atlanten „aufsetzen“. Der Arzt kann dann die entsprechenden Gewebestrukturen analysieren und zum Beispiel beide Gehirnhälften vergleichen, um Abweichungen von gesundem Gewebe genau zu bestimmen. Die Atlanten werden heute unter anderem dazu verwendet, eine Verbindung zwischen Hirnanatomie und bestimmten Erkrankungen herzustellen, Strukturen in Gehirnscans zu identifizieren und zu analysieren sowie spezifische Hirnareale für eine Tiefenhirnstimulation zu lokalisieren.

Das in den Gehirnatlanten dargestellte Gehirn ist das des Erfinders selbst: Weil er anderen nicht den Zeitaufwand und die gesundheitlichen Risiken zumuten wollte, die mit wiederholten MRT-Aufnahmen verbunden sind, ließ Nowinski seinen eigenen Kopf scannen – manchmal mehrere Stunden lang.

Nowinski entwickelte 34 unterschiedliche Gehirnatlanten für Forschung und Ausbildung. Die Gehirnatlanten „Cerefy“ und „The Human Brain in 1969 Pieces“ – erschienen im Thieme Verlag – gelten als die fortschrittlichsten und schönsten Gehirnatlanten auf dem Markt und haben zur Behandlung von hunderttausenden Betroffenen beigetragen. Seit 2013 gibt es mit „The Complete Human Brain“ auch einen Atlas als iPad-App.

Professor Wieslaw Nowinski schloss sein Studium auf dem Gebiet des Computerdesigns 1977 mit einem Master of Science der Technischen Universität Warschau ab und promovierte 1985 mit Auszeichnung an der Technischen Universität Lodz. Seit 1991 lebt er in Singapur, wo er für das Biomedical Imaging Lab arbeitet. Nowinski besitzt 32 Patente und hat mehr als 500 wissenschaftliche Veröffentlichungen verfasst.

Mit dem Europäischen Erfinderpreis ehrt das Europäische Patentamt Menschen, die ihre technische Genialität für Innovationen einsetzen, die unsere Welt verbessern. Die unabhängigen Jurymitglieder sind internationale Fachgrößen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, Lehre und Forschung.