Aufklärung am Bildschirm: Patienten bewerten Aufklärungsfilme positiv

Erlangen/Stuttgart, Februar 2015 – Thieme Compliance bietet ergänzend zu Aufklärungsbögen auch Patientenaufklärungsfilme zu verschiedenen medizinischen Eingriffen an. Die animierten Filme zeigen, was bei einem Narkoseverfahren oder einer Operation passiert, welche grundsätzlichen Risiken bestehen und welche Verhaltensregeln Patienten beachten sollten. Die Videos dienen Patienten als Vorbereitung auf das spätere Aufklärungsgespräch mit dem Arzt. Seit 2012 setzt die Tübinger Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin auf die videogestützte Aufklärung und zieht eine positive Bilanz: Eine Befragung von Patienten ergab, dass 85 Prozent von ihnen die Filme weiterempfehlen würden.

Mehr als 33 000 Anästhesien hat die Tübinger Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin allein im Jahr 2014 durchgeführt. Die Aufklärung über die verschiedenen Narkoseverfahren ist für viele der 130 ärztlichen Mitarbeiter an der Tagesordnung. Seit 2012 setzt die Klinik dabei auch Informationsfilme von Thieme Compliance ein. Patienten sehen die Filme über die bevorstehende Narkose auf einem mobilen DVD-Player. Erst wenn sich ein Patient in Ruhe mit den Inhalten des Films befasst hat, folgt im Anschluss das Aufklärungsgespräch mit dem Arzt.

„Bewegte Bilder in Verbindung mit informativen Texten machen die Verfahren besser verständlich und nachvollziehbar. Das halte ich für sehr wichtig, damit sich die Patienten bei unserem ärztlichen Aufklärungsgespräch ‚auf Augenhöhe‘ fühlen und von unseren Erklärungen nicht ‚abgehängt‘ werden“, sagt Dr. med. Jörg Zieger, Oberarzt an der Tübinger Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und verantwortlich für die Organisation der dortigen Anästhesieambulanz. „Trotzdem war es uns wichtig, noch mehr für die bildhafte Vorstellung unserer Patienten zu tun. Dies gilt insbesondere auch für die Verfahren zur Regionalanästhesie, die für viele Patienten bei der reinen Worterklärung teilweise noch abstrakt bleiben.“

Die Ergebnisse einer zwischen August 2012 und Juni 2013 an der Universitätsklinik Tübingen durchgeführten Patientenumfrage mit 238 Teilnehmern zeigen, dass der Inhalt und die Gestaltung der Filme sehr positiv aufgenommen werden. Etwa 90 Prozent der Befragten sagten, dass sie dem Inhalt gut oder sehr gut folgen konnten. 82 Prozent gaben an, ihnen gefalle diese Art der Information über Anästhesien. 85 Prozent der Befragten würden die Filme anderen Patienten weiterempfehlen. Unabhängig von der Umfrage berichteten viele Patienten, dass sie Elemente des Films am Operationstag wiedererkannt hätten und so den Eindruck gewannen, etwas Bekanntes zu erleben.

„Die Videos können das ärztliche Aufklärungsgespräch für beide Seiten sinnvoll erleichtern, aber sie sollen es auf keinen Fall ersetzen, auch nicht teilweise“, betont Dr. Zieger. „Das ist nicht zulässig und wäre in meinen Augen auch ein falscher Anspruch.“

Reinhold Tokar, Geschäftsführer von Thieme Compliance, ergänzt: „Patienten haben im Hinblick auf die Aufklärung umfassende Rechte. Dies geht mit einer hohen zeitlichen Belastung des ärztlichen Personals einher, das nicht nur angehalten ist, gewissenhaft aufzuklären, sondern dies auch ebenso sorgfältig zu dokumentieren.“ Denn im Streitfall gilt: Therapiefehler müssen vom Patienten nachgewiesen werden, die Vollständigkeit der Aufklärung jedoch von Seiten des Arztes. „Wir arbeiten kontinuierlich daran, mittels unserer Produkte die Patientenaufklärung noch besser zu gestalten – im Sinne des Patienten und des Arztes“, so Tokar.

Derzeit bietet Thieme Compliance Aufklärungsfilme aus den Fachbereichen Anästhesiologie, Herzchirurgie, Ophthalmochirurgie, Orthopädie und Urologie an. Insgesamt umfasst das Angebot 33 Videos, wird aber stetig erweitert. Die Filme sind in verschiedenen Lauflängen erhältlich. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.thieme-compliance.de/produkte/videoassistierte-patientenaufklaerung.