Bauchschmeichler bei Darmerkrankungen - Essen, was der Verdauung hilft

Stuttgart, Februar 2012 - Nicht nur Zwieback beruhigt den Bauch: auch Mandarinen aus der Dose und Tiefkühlgemüse sind bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wohltuend für den Verdauungstrakt. Zur Linderung der Symptome wie Blutungen oder Gewichtsverlust kann neben der Einnahme von Medikamenten ein individuelles Ernährungskonzept unentbehrlich sein. Welche Nahrungsmittel den Betroffenen in Alltag, Beruf und Familie gut tun, vermitteln die Autorinnen Gudrun Biller-Nagel und Christiane Schäfer in ihrem neuen Ratgeber „Gesund essen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2012).

In Deutschland leiden rund 300.000 Menschen unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Häufig sind die Erkrankungen genetisch bedingt. Aber auch Umwelt- und Ernährungsfaktoren können eine Rolle spielen. Heilbar sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bis heute nicht. Ein individuell auf den Patienten abgestimmter Ernährungsplan kann helfen, die Beschwerden zu lindern. „Zwar gibt es keine spezielle Kostform für Betroffene, aber wer sich eine entzündlich veränderte Darmschleimhaut vorstellen kann, dem mag es verständlich sein, dass eine leicht verdaubare Kost ein erster guter Ansatz zur Beschwerdelinderung ist“, erklären Biller-Nagel und Schäfer und ergänzen: „Es ist so, als würde der Darm von innen gestreichelt werden.“ Das ist beispielsweise mit leicht bekömmlichen Lebensmitteln wie Knäckebrot, Quark, Möhren oder Fisch aus der Tiefkühltruhe möglich.

In jeder Entzündungsphase der Erkrankung kommt es auf eine bewusste Zusammensetzung der Nahrung an. „Ein sinnvolles Ernährungskonzept, das die Entzündungsaktivität und das aktuelle Beschwerdebild berücksichtig, unterscheidet drei Phasen“, erläutern die Autorinnen. Essen während des Schubs, Nahrungsaufbau danach und die alltägliche Ernährung. Dabei sollten in den jeweiligen Stadien der Erkrankung bestimmte Lebensmittel bevorzugt oder gemieden werden.

Mit über 100 Rezepten geben die Autorinnen Betroffenen und ihren Angehörigen reichlich Anregung für eine geeignete und leckere Kost für jede Stufe: von einer Tee- und Suppenphase über eine Basis-Schonkost bis hin zu leichter Vollkost für den Alltag. Der Körper wird so jederzeit schonend mit wichtigen Nährstoffen und ausreichend Energie versorgt.

Wissenswertes: Kleiner Zucchini-Süßkartoffel-Eintopf
Für 2 Personen,gelingt leicht, 30 Min. Zubereitungszeit
200 g Süßkartoffel, geschält
200 g Zucchini
½EL Gemüsebrühe (instant)
300 ml Wasser
4 EL Milch (laktosearm)
1 EL gehäufter Frischkäse (laktosearm)
Salz und Pfeffer
1 TL Tiefkühlkräutermischung
Die Süßkartoffeln schälen, bei den Zucchini nur etwas Schale entfernen. Das Gemüse in mittelgroße Würfel schneiden und in der Gemüsebrühe ca. 10-15Min. weich kochen. Die Gemüsebrühe abgießen. Nun die Milch und den Frischkäse zufügen, das Ganze nach Belieben salzen und pfeffern und ca. 5 bis 10 Min. auf mittlerer Hitze ausgaren lassen. Wer mag gibt noch Tiefkühlkräuter hinzu.

Die Autorinnen
Gudrun Biller-Nagel ist Diplom-Öcotrophologin und arbeitet in der Abteilung für Gastroenterologie im Asklepios Klinikum West in Hamburg. Christiane Schäfer, ebenfalls Diplom-Öcotrophologin, arbeitet als selbstständige Ernährungstherapeutin in Hamburg. Bei TRIAS ist von ihr erschienen "Das TRIAS-Kochbuch für Kreuz-Allergiker" und "Köstlich essen: Fruktose, Laktose und Sorbit vermeiden".

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