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    Eine häufige Folge: Knieprobleme bei Rheuma © ag visuell, Fotolia

     

Rheuma: Trotz moderner Medikamente gleiche Anzahl an künstlichen Kniegelenken

fzm, Stuttgart, Januar 2018 – Bei der medikamentösen Behandlung von Rheuma setzen Ärzte zunehmend auf Wirkstoffe, die die Krankheit direkt modifizieren, sogenannte disease modifying antirheumatic drugs (DMARDs). Die Medikamente können das Fortschreiten der Gelenkzerstörung bremsen, die Symptome lindern und so maßgeblich die Lebensqualität der Patienten verbessern. Wie oft Rheumapatienten in den USA in den letzten Jahren ein künstliches Kniegelenk benötigten, haben Dr. Matthew A. Harb und seine Kollegen untersucht. Im „Journal of Knee Surgery“ (Thieme Publishers, New York 2018) präsentieren sie ihr Ergebnis: Der Anteil der Rheumatiker unter den Patienten mit Kniegelenksersatz ist nahezu gleich geblieben.

Immer mehr Patienten mit rheumatoider Arthritis nehmen sogenannte DMARDs (disease-modifying antirheumatic drugs) ein. Diese modernen Medikamente sollen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und die Gelenkzerstörungen verlangsamen. Aufgrund nachweisbarer Therapieerfolge empfiehlt das American College of Rheumatology einen frühen Einsatz von DMARDs bei rheumatoider Arthritis. Dr. Matthew A. Harb vom SUNY Downstate Medical Center in New York und seine Kollegen haben sich daher gefragt, wie sich die mittlerweile so breit eingesetzten Medikamente auf die Häufigkeit von künstlichen Kniegelenken bei Rheumatikern auswirken. Dafür haben sie Daten des Nationwide Inpatient Sample aus den Jahren 2002 bis 2013 herangezogen. In diesem Zeitraum haben fast sechseinhalb Millionen Patienten in den USA ein künstliches Kniegelenk erhalten; 209.332 dieser Patienten litten unter einer rheumatoiden Arthritis.

Die Forscher stellen fest, dass die Anzahl der Rheumapatienten deren Kniegelenk ersetzt wurde zwischen 2002 und 2013 um 93,1 Prozent zugenommen hat (11.618 zu 22.430 Operationen). Bezogen auf die US-Bevölkerung ist die Inzidenzrate von 5,4 auf 9,2 Patienten mit Knieprothesen pro eine Million erwachsener US-Amerikaner gestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil der Rheumatiker unter den Operierten nahezu gleich geblieben: Gemäß ihren Daten waren es 3,3 Prozent der 350.122 Patienten im Jahr 2002 und 3,5 Prozent der 640.695 Patienten im Jahr 2013.

Die Wissenschaftler um Harb stellen diese Ergebnisse aktuell im „Journal of Knee Surgery“ vor und ziehen als Resümee: Die Prävalenz – also die relative Anzahl – an Rheumatikern unter den Patienten mit Kniegelenkprothesen ist in den vergangenen 10 Jahren fast unverändert geblieben. Gleichzeitig weisen sie daraufhin, dass sowohl die steigende Einwohnerzahl der USA, als auch eine wachsende ältere Bevölkerung und die Fortschritte beim Kniegelenksersatz hinsichtlich Heilung und Belastbarkeit den durchaus positiven Effekt der DMARDs verschleiern können. Dies würde bedeuten, so die Forscher, dass relativ gesehen, eigentlich weniger Rheumatiker eine solche Operation haben durchführen lassen.

Dr. M. A. Harb et al.:
Have the Annual Trends of Total Knee Arthroplasty in Rheumatoid Arthritis Patients Changed?
The Journal of Knee Surgery 2018, online erschienen am 3. Januar 2018
DOI: 10.1055/s-0037-1615822

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