Gewinner des RöFo Wissenschaftspreises stehen fest: Thieme prämiert drei herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Radiologie

Stuttgart – Unter allen Original- und Übersichtsarbeiten, die für die Fachzeitschrift „RöFo – Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und bildgebenden Verfahren“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) ab dem 1. Mai 2013 eingereicht und bis zum 30. April 2014 erschienen sind, haben Leser und Herausgeber der Fachzeitschrift sowie leitende Ärzte der Radiologie und eine Jury aus Medizinjournalisten ihre Stimmen und damit erstmals den RöFo Wissenschaftspreis vergeben. Der am meisten beachtete Beitrag war die von Professor Bruno Scheller eingereichte Übersichtsarbeit zum Thema „Beschichtete Ballonkatheter zur Restenoseprophylaxe“.

In dem prämierten Beitrag, der in enger Kooperation mit dem radiologischen Institut der Berliner Charité entstanden ist, gibt der am Universitätsklinikum des Saarlandes tätige Kardiologe einen aktuellen Forschungsüberblick. Er fasst dabei zusammen, wo derzeit medikamentenbeschichtete Ballonkatheter bei der Behandlung verengter Gefäße zum Einsatz kommen und welche Vorteile sich für die Betroffenen daraus ergeben.

Bislang wenden Mediziner das Verfahren hauptsächlich bei Gefäßverengungen der Beine und im Bereich des Herzens an. So kommen die medikamentenbeschichteten Ballonkatheter beispielsweise bei einem Verschluss eines bereits implantierten Stents zum Einsatz, in Verengungen beziehungsweise Verschlüssen von Oberschenkelarterien oder aber in verengten kleinen Herzkranzgefäßen. Dort ist das Setzen einer Gefäßstütze häufig nicht wünschenswert. Die Ärzte führen den Katheter meist von der Leiste aus bis zur verengten Stelle. Dort aufgeblasen, dehnt er das Gefäß auf und beseitigt die Engstelle. Die über den Katheter abgegebenen Medikamente verhindern einen erneuten Verschluss durch wucherndes Gewebe und das, so die Ergebnisse der Studienauswertung, zwischen zwei und fünf Jahren.

Gegenüber der Implantation eines Stents, verbleibt bei der Behandlung mit einem Ballonkatheter kein Fremdkörper im Gefäß. Deshalb liegt die zusätzliche Gabe von blutverdünnenden Medikamenten bei der Ballonkathedermethode wesentlich niedriger. Insbesondere ältere Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung bereits gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, haben dadurch ein niedriges Blutungs- und damit Schlaganfallrisiko.

Am zweitbesten schnitt die von Dr. Thorsten Klink eingereichte Arbeit mit dem Titel „Regeneration des verbliebenen Lebergewebes bei Spendern nach Leberlebendspende: Langzeitverlaufskontrollen mittels CT und MRT“ ab. Die prämierte Arbeit des derzeit am Inselspital Bern tätigen Radiologen ist an der Klinik für Diagnostische Radiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entstanden.

Die von Dr. Martin H. Maurer eingereichte Arbeit „CT-Koronarangiografie versus konventionelle invasive Koronarangiografie – Die Sicht der Zuweiser“ kam auf den dritten Platz. Der inzwischen ebenfalls am Inselspital Bern tätige Radiologe befragte gemeinsam mit Kollegen des Radiologischen Instituts der Berliner Charité überweisende Ärzte nach ihren Erfahrungen bezüglich der beiden im Titel genannten bildgebenden Verfahren.

Alle Leser der RöFo konnten sich an der Stimmabgabe beteiligen, über die in der Zeitschrift und per Newsletter aufgerufen wurde. Die hohe Wahlbeteiligung zeugt von einem regen Interesse der Leser. Die nun prämierten Beiträge haben sie, aber auch die Herausgeber sowie die beteiligten leitenden Ärzte in der Radiologie überzeugt. Darüber hinaus haben sich die Medizinjournalisten Susanne Kutter (Wirtschaftswoche), Jan Schweitzer (Die ZEIT) Martina Lenzen-Schulte (FAZ) sowie Volkart Wildermuth (Deutschlandradio) an der Abstimmung beteiligt und den Arbeiten eine hohe Relevanz innerhalb ihres Faches bestätigt.

„Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir die Preisträger und die Institutionen, in denen die prämierten Arbeiten entstanden sind, bei ihrer weiteren Arbeit unterstützen können. So bringen wir die vorhandenen Kompetenzen im Fachgebiet weiter voran“, erklärt Professor Walter Heindel, Managing Editor der RöFo. Die Auszeichnung ist insgesamt mit 40.000 Euro dotiert, wobei das Preisgeld zu gleichen Teilen an die Autoren und die dahinterstehenden Forschungseinrichtungen geht.