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    Schwester Liliane Juchli

     

Schwester Liliane Juchli – Die „Grande Dame“ der Pflege

Stuttgart, März 2013 – Das Thema Pflege nimmt in unserer alternden Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert ein. Zu den herausragenden Persönlichkeiten, die die Pflege in den vergangenen 60 Jahren maßgeblich mit geprägt und weiterentwickelt haben, gehört die Schweizer Ordensschwester Liliane Juchli. Zu ihrem 80. Geburtstag und dem 40-jährigen Jubiläum des von ihr begründeten Pflege-Standardwerkes ist jetzt ihre Biografie „Liliane Juchli – Ein Leben für die Pflege“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2013) erschienen.

Nicht nur pflegebedürftige Menschen, sondern auch Generationen von Pflegefachkräften haben von der Erfahrung und dem herausragenden persönlichen Engagement Liliane Juchlis profitiert.

Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester und einigen Jahren Pflegetätigkeit übernahm Liliane Juchli vertretungsweise Aufgaben an einer Pflegeschule und entdeckte dort ihr Talent zur didaktischen Aufbereitung und Vermittlung von Wissen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Schulschwester und übernahm nach dem Abschluss die neu geschaffene Stelle der klinischen Schulschwester am Theodosianum in St. Gallen. Dort baute sie in den 1960er-Jahren das Ausbildungsangebot für Pflegekräfte auf. Das Lehrmaterial, das sie in diesen Jahren erstellte und weiterentwickelte, fasste Liliane Juchli 1969 zu einem 500-seitigen Manuskript zusammen, das zunehmend auch von auswärtigen Schülerinnen angefordert wurde. Denn vergleichbares, sämtliche Inhalte der Pflege umfassendes Lehrmaterial hatte es bis dahin nicht gegeben.

Der Georg Thieme Verlag erkannte das Potenzial dieses Kompendiums und brachte 1973 auf dieser Grundlage die erste Auflage von „Krankenpflege“ heraus. Bis zur 8. Auflage, die 1997 erschien, begleitete Liliane Juchli das Werk. Es gilt bis heute als Standardwerk und ist mittlerweile in der 12. Auflage unter dem Titel „Thiemes Pflege“, herausgegeben von Susanne Schewior-Popp, Franz Sitzmann und Lothar Ullrich in der 12. Auflage lieferbar.

Persönliche Erfahrungen mit Erschöpfung, Depression und anschließender Gesundung veränderten in den 1970er-Jahren Liliane Juchlis Menschenbild und damit auch ihren Blick auf die Pflege nachhaltig. Pflege sollte, so ihre Überzeugung, auf einem ganzheitlichen Denken und Handeln beruhten und wesentlich enger als bisher an den körperlichen und seelischen Bedürfnissen des Menschen in seiner Gesamtheit orientiert sein – und zwar sowohl des Pflegebedürftigen als auch des Pflegenden. Diese neue Herangehensweise führte zu einer weiteren Professionalisierung und Aufwertung der Pflegeberufe. Sie gehört zu den wichtigsten Impulsen, die Liliane Juchli der Pflege gegeben hat.

Der 4. Auflage ihres Lehrbuches, die 1983 erschien, legte sie ihr neues, ganzheitliches Menschenbild zugrunde. Hier beschreibt sie erstmals die „ATL“, die Aktivitäten des täglichen Lebens, nach denen sie die grundlegenden und in der Pflege zu berücksichtigenden Lebensbereiche strukturierte.

Seit den 1980er-Jahren war Liliane Juchli zunehmend auf nationalen und internationalen Pflegekongressen zu Gast. In Vorträgen und Seminaren vermittelte sie die Ideen und Inhalte ihres neuen Pflegemodells, das sich bis heute in allen Bereichen der Pflege etabliert hat. Gleichzeitig engagierte sie sich zunehmend seelsorgerisch und therapeutisch. Mit einer entsprechenden Zusatzausbildung und vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrung mit Lebenskrisen und schwierigen Entscheidungsphasen leistet sie bis heute Menschen in problematischen Lebenssituationen Beistand.

Seit ihrer Pensionierung 1998 beschäftigt sich Liliane Juchli vorranging mit der Frage, wie Altern gut „gelingen“ kann. Sie setzt sich aber auch nach wie vor im Bereich Pflege ein und engagiert sich zu Themen rund um Spiritualität und Sinnfindung in der Pflege.

Die Journalistin Trudi von Fellenberg-Bitzi schildet das Leben von Liliane Juchli mit allen Höhen und Tiefen. Dabei wird deutlich, dass Liliane Juchlis Leben geprägt wurde von der Begegnung mit Menschen, dem intensiven Austausch und einem Geben und Nehmen, das die Ordensfrau nicht nur als persönliche Bereicherung sondern auch als ihr ganz besonderes Talent erkannt hat. Ihre Zuwendung zum Menschen macht sie zu einem Vorbild – nicht nur für die Menschen in ihrem persönlichen Wirkungskreis, sondern auch weit darüber hinaus.

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Liliane Juchli - Ein Leben für die Pflege
Trudi von Fellenberg-BitziLiliane Juchli - Ein Leben für die Pflege

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