Stabil – Schmerzen lindern und Verletzungen vorbeugen mit Tapes

John Langendoen-Sertel, MSc, Sportphysiotherapeut, Mitinhaber von Therapy4U Therapie & Training in Kempten

Herzlich willkommen in der faszinierenden Welt der farbigen Klebestreifen. Die elastischen Tapes sind in fast allen Sportsendungen an sichtbaren Körperteilen zu bewundern und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Placebo, Hype oder eine reale wertvolle Therapieergänzung? Sind Sie ein Fan oder Kritiker? Ich bin überzeugt: Taping kann wunderbar Schmerzen und Schwellungen lindern und dadurch Beweglichkeit und Kraft verbessern. Davon können nicht nur Profi-Athleten, sondern auch Laien-Sportler profitieren.

Kinematic Taping

Nicht elastisches Taping ist in Deutschland in der Sportmedizin seit den 1960er-Jahren bekannt. Die Australierin McConnell hat in den 1980er-Jahren das rigide Tape auch in der orthopädischen Manuellen Therapie eingesetzt. Das hatte jedoch große Nachteile für die Haut. Das elastische Tape-Material wurde vom japanischen Kinesiologen Kenzo Kase so entwickelt, dass es die Hauteigen-schaften imitiert und nicht belastet. Die Tapes wirken lokal und regen die Durchblutung und den Lymphfluss an. Taping wirkt aber vor allem über das Nervensystem. Daher die spektakulären Soforteffekte.

Wir, die Mitglieder der International Kinematic Taping Academy, haben eine Methode entwickelt, um in der orthopädischen Manuellen Therapie die Vorteile des elastischen Tape-Materials von Kase zu nutzen. Bei der täglichen Arbeit in der Praxis und der Begleitung von Profi-Sportlern konnten wir viele neue Anlagen konzipieren und erproben. Von den Tapes profitierten Tennisspieler genauso wie nationale und internationale Sportmannschaften beim Fußball, Eishockey, Basketball, Volleyball und American Football unter anderem bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winter- und Sommerspielen. Wir nennen unsere neue Methode Kinematic Taping® und zielen darauf, mit der Tape-Anlage Beweglichkeit und Bewegungsabläufe zu verändern und zu verbessern. Dabei wird konsequent mit Zug und mit Dehnung gearbeitet, um Nervenendigungen in den oberflächigen Hautzonen zu aktivieren. Kinematic Taping® wird angewendet, um Muskeln zu aktivieren, die Behandlung von Nervenschmerzen zu unterstützen oder Knochen- und Gelenkstellungen zu verändern. Inzwischen wird das Kinematic Taping® Concept mit den 5Ts – Think, Test, Treat, Tape und Train – in 25 Ländern und zehn Sprachen unterrichtet, praktiziert und erforscht.

Taping passt zu mir

Sie werden gerne selbst aktiv bei der Behandlung Ihrer Beschwerden, wollen auch nach Ihrer Heilbehandlung weitere Fortschritte machen oder können vielleicht Behandlungstermine nicht regelmäßig wahrnehmen? Mit etwas Übung können Sie sich selbst und auch Familienmitglieder tapen und so selbst Muskel-, Gelenk- und Nervenschmerzen behandeln. Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Erlernen und Ausprobieren der Taping-Techniken. In meinem Workshop, bei dem mich meine Hamburger Kollegen Ehsan Sazegar und Timo Timpe unterstützen, werden wir einige Beispiele zeigen.

Die Tapes

Die bunten Farben haben das Taping schnell bekannt und beliebt gemacht. Sie spielen jedoch bei der strukturellen Behandlung keine Rolle. Für das Buch haben wir Pink, Blau und Orange gewählt. Nur energetisch, über das unwillkürliche Nervensystem, könnten Farben eine spezielle Wirkung haben. Wählen Sie Ihre Lieblingsfarben, folgen Sie der Anleitung und schon bald beherrschen Sie die Technik zum Umgang mit den elastischen Klebestreifen. Wir empfehlen Tapes aus Korea und Japan, da es große Qualitätsunterschiede in der Baumwolle, dem Kleber, der Farbchemie und der Elastizität gibt. Im Ratgeber beschreibe ich in der Praxis erprobte, einfache und effektive Tape-Anlagen in Wort und Bild und auf DVD.

Die Praxis

Die Haut muss intakt sein und vorbereitet werden: enthaaren, reinigen, entfetten und trocknen, schwitzende Hautstellen vielleicht sogar mit 45-prozentigem Alkohol säubern. Zunächst die passende Anlage auswählen, die Tape-Länge messen und das Tape entsprechend der Beschreibung mit einfachen Tricks kürzer schneiden. Danach in Form bringen, die Ecken runden, Schutzpapier einreißen, den Beginn kleben, Papier abrollen und das Tape mit oder ohne Zug anlegen. Kontrollieren Sie die Anlage: Liegt sie überall richtig an? Sind keine Falten zu sehen? Fühlt es sich gut an? Wenn alles sitzt, mit der Hand über das Tape streichen und warm reiben. Das aktiviert den Klebstoff und Sie können das Tape nicht mehr neu aufkleben. Beginn und Ende der Anlage sind immer ohne Dehnung angelegt, um Irritationen und Blasen zu vermeiden. Das Tape kann nun kurze Zeit, zum Beispiel beim Training mit viel Zug, oder über eine Woche ohne Zug getragen werden. Sie können damit arbeiten, trainieren, schwitzen, duschen und schwimmen.

Es gilt das gesprochene Wort.
Hamburg, 22. Mai 2014

  • Taping kann wunderbar Schmerzen und Schwellungen lindern und dadurch Beweglichkeit und Kraft verbessern. Davon können nicht nur Profi-Athleten, sondern auch Laien-Sportler profitieren.

Buchtipp

Taping im Sport
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Soforthilfe bei Schmerzen und Verletzungen

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