Professor Benjamin List ist neuer Chef-Herausgeber der Chemie-Zeitschrift SYNLETT

Stuttgart, Januar 2015 – Professor Benjamin List, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, übernimmt ab sofort die führende Rolle im SYNLETT Herausgebergremium. Er löst Professor Peter Vollhardt von der University of California in Berkeley als Chef-Herausgeber ab, der als „Editor for Accounts and Synpacts“ weiterhin an der englischsprachigen Fachzeitschrift für Synthesechemiker mitwirken wird.

Die internationale Fachzeitschrift SYNLETT erscheint seit 1989 im Georg Thieme Verlag. Unter der 25-jährigen Führung von Professor Peter Vollhardt wurde sie zu einer der bekanntesten Zeitschriften für synthetische organische Chemie weltweit. Professor Benjamin List, der zuvor bereits als „Regional Editor“ an SYNLETT mitwirkte, möchte an diesen Erfolg anknüpfen.

Die englischsprachige Fachzeitschrift für Synthesechemiker begleitet Professor List bereits seit seiner Studienzeit. Einen seiner ersten Fachartikel veröffentlichte er in der SYNLETT und erhielt den Synthesis-Synlett Journal Preis, der heute als Thieme Chemistry Journal Award vergeben wird. Die Förderung des Nachwuchses ist ihm bei SYNLETT auch zukünftig sehr wichtig: „Wir werden auch weiterhin gerade jungen Forschern mit neuen und ungewöhnlichen Ideen eine Plattform bieten“, erklärt Professor List. In der „Synpacts“-Kategorie erhalten sie die Möglichkeit erste Durchbrüche im Kontext der etablierten Forschung darzustellen. Neu sind außerdem die „Synfast“-Arbeiten. Von der Manuskripteinreichung bis zur Online-Publikation sollen bei diesen Artikeln nicht mehr als zwei Wochen vergehen. „Bei brandaktuellen Themen zählt die Geschwindigkeit. Unser Qualitätsanspruch sowohl an die Arbeiten als auch an das Review-Verfahren sind dabei gleichbleibend hoch“, beschreibt List die Ziele.

Der promovierte Chemiker entdeckte im Jahr 2000 die Prolin-katalysierte intermolekulare Aldol-Reaktion. Er entwickelt am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr neue Konzepte innerhalb der Organokatalyse, wie zum Beispiel die „Aminokatalyse“ und „Enamin-Katalyse“. Im Jahr 2005 hat seine Gruppe erstmalig das Konzept der asymmetrischen Gegenanion-vermittelten Katalyse (ACDC) als neues Prinzip für die asymmetrische Synthese identifiziert. Diese Methode hat sich inzwischen zu einer allgemeinen Strategie für die asymmetrische Synthese mit Anwendungen in der Organokatalyse, der Übergangsmetallkatalyse sowie in der Lewissäurekatalyse entwickelt.

Für seine Forschungsarbeiten wurde Benjamin List in diesem Jahr unter anderem mit dem „Cope Scholar Award“ der American Chemical Society ausgezeichnet. Zu früheren Auszeichnungen gehören der Mukaiyama Award der Society of Synthetic Organic Chemistry, Japan, der renommierte Otto-Bayer-Preis und der Lieseberg-Preis der Universität Heidelberg. Professor Benjamin List gehört außerdem zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern. Im Jahr 2006 zählte er zu den „100 Köpfe von morgen“, eine Ausstellung in Berlin Mitte, die Menschen aus Deutschland portraitierte, die für Deutschlands Zukunft prägend sein könnten.

Der gebürtige Frankfurter studierte an der FU Berlin, promovierte 1997 an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und ging danach für Post-Doc-Studien an das Scripps Research Institute, La Jolla, in die USA. Von 1999 bis 2003 war er dort auch als Assistant Professor tätig. Seit 2003 arbeitet er am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, seit 2005 als Direktor, und war von 2012 bis Ende 2014 dort geschäftsführender Direktor. Er ist außerdem Honorarprofessor an der Universität zu Köln. Zum Herausgebergremium von SYNLETT gehört er seit 2011.

Die englischsprachige Fachzeitschrift SYNLETT berichtet über wissenschaftliche Fortschritte in der organischen Synthesechemie. Durch die Auswahl, Bewertung und Aufbereitung der publizierten Inhalte durch ein international anerkanntes Herausgeberteam bietet die Zeitschrift Chemikern Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen ihres Fachgebiets. Die Abonnement-Fachzeitschrift erscheint halbmonatlich im Georg Thieme Verlag und ist gedruckt und elektronisch erhältlich. Der Online-Zugriff erfolgt über Thieme E-Journals, das elektronische Zeitschriftenportal der Thieme Gruppe. Unter www.thieme-connect.de/ejournals sind die wissenschaftlichen Artikel schon vor Abdruck elektronisch abrufbar. Die Abstracts der Beiträge enthalten grafische Darstellungen der beschriebenen Reaktionen und wissenschaftliche Primärdaten stehen zum Abruf bereit. Mit der ersten Ausgabe 2015 erhält SYNLETT außerdem eine neue optische Gestaltung. Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung für einen institutionellen Testzugang gibt es unter www.thieme.com/chemistry-journals.