Depression: Telemedizinische Betreuung hilft gerade zurückhaltenden Betroffenen

Stuttgart, November 2009 – Mit weltweit etwa 121 Millionen Betroffenen ist die Depression eine der Volkskrankheiten. Doch so wie es wohl Robert Enke empfunden hat, ergeht es vielen Depressiven: Die meisten Betroffenen scheuen sich, ihrem Umfeld ihr Leiden zu offenbaren. Viele nehmen noch nicht einmal professionelle Hilfe an. Nur vier Prozent der behandlungsbedürftigen Depressiven in Deutschland gelten als angemessen therapiert. Hier kann eine auf strengster Vertraulichkeit und Vertrauen basierende telemedizinische Unterstützung durch speziell geschultes Fachpersonal eine große Hilfe darstellen. Dies wird aus der Erfahrung von mittlerweile mehreren Tausend betreuten Depressiven der AnyCare GmbH deutlich: Die Betroffenen fühlen sich besser unterstützt. Die herkömmliche Therapie der Depression wird wirkungsvoll verstärkt. Außerdem können sogar die Kosten gesenkt werden, da der Krankheitsverlauf durch die zusätzliche Betreuung oft weniger schwer ist. Aus diesem Grund bietet eine zunehmend größere Zahl von gesetzlichen und privaten Krankenkassen ihren Versicherten mit AnyCare ProPerspektive eine zusätzliche telemedizinische Betreuung an. Die Teilnahme ist für die Versicherten kostenlos.

Allein in Deutschland leidet jeder zehnte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer depressiven Störung. Die Depression ist die häufigste psychische Störung in der Allgemeinbevölkerung. Ihre Auslöser sind vielfältig: Stress im Beruf, die Trennung vom Partner oder der Tod eines geliebten Menschen. Ein Großteil der Erkrankten gilt noch immer als unzureichend versorgt. Telemedizinische Programme – die eine Betreuung auch außerhalb regulärer Sprechstunden leisten – können die bestehenden Lücken in der Versorgung ausgleichen. Denn sie erreichen auch jene, die eine Therapie beim Fachspezialisten nicht wahrnehmen können oder wollen, sei es aus Angst vor Stigmatisierung oder weil entsprechende Angebote in Wohnortnähe fehlen. Zudem bietet gerade eine zusätzliche telefonische Betreuung ein deutlich höheres Maß an Anonymität. Das senkt für viele Betroffene die Zugangsschwelle merklich ab.

Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Verdauungsprobleme – die Depression zeigt sich in sehr verschiedenen Symptomen. Die Hemmschwelle zum Arzt zu gehen oder gar das weitere Umfeld um Hilfe zu bitten, ist sehr hoch. Gerade Männer sprechen ungern darüber und nennen ihrem Arzt lediglich körperliche Beschwerden, während Frauen sich eher über Ängste und Stimmungsschwankungen äußern. Entsprechend werden bei Männern oft nur die einzelnen Symptome therapiert. Die eigentliche Erkrankung, die Depression, bleibt unbehandelt. Das führt wiederum zu zahllosen Arztbesuchen und Therapieversuchen und mündet in noch stärkerer Antriebs- und Mutlosigkeit der Betroffenen.

Darüber hinaus wissen Betroffene häufig zu wenig über ihre Erkrankung, nehmen Medikamente unregelmäßig ein oder brechen eine Therapie ab. Eine unzureichende Koordination der Behandlung zwischen einzelnen Leistungserbringern kommt oft erschwerend hinzu. „Menschen mit Depression benötigen eine strukturierte Betreuung, die über die Regelversorgung hinausgeht“, erklärt Dr. Monika Peitz von der AnyCare GmbH. Das Tochterunternehmen der Thieme Verlagsgruppe bietet mit „ProPerspektive“ Menschen mit Depression und Burn-out ein telemedizinisches Betreuungsprogramm. So rufen psychologische Fachkräfte die Teilnehmer zum Beispiel regelmäßig an. Die Gespräche zielen vor allem darauf ab, die Therapietreue der Patienten in Bezug auf Medikamenteneinnahme und andere Behandlungsempfehlungen zu erhöhen. Peitz sieht in der Kontaktaufnahme per Telefon einen besonderen Vorteil: „Denn viele lehnen aus Sorge davor, für ‚verrückt’ erklärt zu werden, eine Therapie beim Fachspezialisten ab. Oft findet sich auch kein passender Arzt in der Region. Zahlreiche Betroffene, die Hilfe bräuchten, erhalten deshalb häufig nicht die Unterstützung, die sie dringend benötigen.“

An diesen Punkten setzt das Programm der in Stuttgart ansässigen AnyCare GmbH an. Es sorgt für eine maßgeschneiderte Betreuung auch außerhalb regulärer Sprechstunden. Die Intensität richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer. Diese werden – je nach Betreuungsgrad – unterschiedlich oft von speziell ausgebildetem Personal angerufen. Informationsblätter sowie Patienten- und Angehörigenbroschüren ergänzen die telefonische Betreuung. Die Regellaufzeit des Programms beträgt zwölf Monate.