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    Preisträger des Thieme-IUPAC Preis 2018: Professor Seth Herzon © Seth Herzon

     

Professor Seth Herzon wird mit dem Thieme-IUPAC Preis 2018 ausgezeichnet

Stuttgart, Mai 2018 – Der Thieme-IUPAC Preis 2018 geht an Professor Seth Herzon. Der Chemiker der Yale University, USA, zielt mit seiner Forschung auf ein besseres Verständnis biologischer Prozesse ab, darunter auch Mechanismen, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen. Er ist der 14. Preisträger der mit 5000 Euro dotierten Auszeichnungen für Nachwuchsforscher und -forscherinnen, die mit ihrer Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur organischen Synthesechemie leisten. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Thieme Gruppe – zusammen mit den Herausgebern der Fachzeitschriften SYNTHESIS, SYNLETT und SYNFACTS und des Referenzwerks Science of Synthesis sowie der International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) – verliehen. Er wird Professor Herzon nach seiner Thieme-IUPAC Vorlesung auf der 22. International Conference on Organic Synthesis (ICOS-22) überreicht.

Herzons Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Synthese komplexer Moleküle und darauf, die dabei gewonnenen Erkenntnisse auf die Untersuchung komplizierter biologischer Prozesse, die unter anderem bei Krebserkrankungen eine Rolle spielen, anzuwenden. Sein Labor hat enantioselektive Synthesewege zu den Antikrebsmitteln Kinamycin F und Lomaiviticin-Aglycon, den Alkaloiden Hasubanan und Acutumin, sowie zu Batzelladin B, Pleuromutilin, Huperzin A und Precolibactin A-C entwickelt. Darüber hinaus befasst er sich ebenfalls mit aktuellen Herausforderungen in der Naturstoffsynthese und entwickelt neue Methoden zur metallvermittelten Aktivierung von Alkenen und Alkinen. Er beschäftigt sich außerdem mit Mikrobiom-abgeleiteten Naturstoffen und der Entwicklung von Antibiotika.

Seth Herzon wurde mit folgender Begründung für den Thieme-IUPAC Preis vorgeschlagen: „Seth Herzons Kreativität und seine Errungenschaften auf dem Gebiet der Zielstruktur-orientierten Synthese sind außergewöhnlich. Sein Programm in der Organometallchemie wird nicht nur die synthetische Methodenlehre, sondern auch offene Grundsatzfragen zum Mechanismus beeinflussen. Darüber hinaus haben seine Untersuchungen der molekularen Details und Mechanismen an der Schnittstelle zwischen Chemie und Biologie zu neuen biosynthetischen Entdeckungen geführt, die möglicherweise bedeutende Auswirkungen auf die molekulare Medizin haben.“

Professor Seth Herzon schloss sein Grundstudium an der Temple University, USA, ab und promovierte anschließend an der Harvard University, wo er unter der Leitung von Professor Andrew G. Myers arbeitete. Daran anschließend verbrachte er seine Postdoktorandenzeit als Stipendiat des NIH National Institutes of Health im Labor von Professor John F. Hartwig an der Universität von Illinois, USA. Im Jahr 2008 begann er seine unabhängige Forschungskarriere in Yale, wo er 2012 zum Associate Professor und 2013 zum Professor ernannt wurde. Seit 2015 hat er darüber hinaus eine Professur für Pharmakologie an der Yale School of Medicine inne.

Preisverleihung:

Termin: Mittwoch, 19. September 2018
Ort: 22nd International Conference on Organic Synthesis, Florenz, Italien
Weitere Informationen sowie die volle Ankündigung finden Sie auf www.thieme-chemistry.com.

Über den Thieme-IUPAC Preis

Der Thieme-IUPAC Preis wird alle zwei Jahre anlässlich der International Union of Pure and Applied Chemistry – International Conference on Organic Synthesis (IUPAC–ICOS) verliehen. Die Thieme Gruppe zeichnet zusammen mit den Herausgebern der Fachzeitschriften SYNTHESIS, SYNLETT und SYNFACTS und der Referenzwerke Science of Synthesis und Houben-Weyl sowie der International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) junge Forscher oder Forscherinnen aus, deren Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur organischen Synthesechemie leistet. Der Preis wird an unabhängige Forschungsleistungen in der organischen Synthesechemie vergeben, wozu auch die metallorganische Chemie, die medizinische und biologische Chemie, das Moleküldesign und die Materialchemie zählt. Die Kandidaten dürfen zu Beginn des Jahres der Preisverleihung noch keine 40 Jahre alt sein.