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    Thieme treibt die schrittweise Transformation eines bestehenden Subskriptionsmodells in eine Open-Access-Finanzierung mit seinen Kooperationspartner weiter voran. © momius/adobe.stock.com

     

Bibliothekskonsortium und Thieme schließen weiteren Vertrag zur Open-Access-Transformation

Stuttgart, Dezember 2020 – Die Thieme Gruppe hat einen Transformationsvertrag mit ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften, dem Forschungszentrum Jülich und acht weiteren Fachbibliotheken geschlossen. Im Rahmen der aktuellen Vereinbarung, die zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt, erhalten Autoren der teilnehmenden Institutionen die Möglichkeit, Originalarbeiten in vier internationalen Thieme Fachzeitschriften ohne Mehrkosten open access zu publizieren. Das Angebot umfasst die Titel „International Journal of Sports Medicine“, „Pharmacopsychiatry“, „Thrombosis and Haemostasis“ und „Methods of Information in Medicine“. Bereits 2019 hatte Thieme eine ähnliche Übereinkunft getroffen. Das Pilotprojekt beschränkte sich zunächst auf die Nutzung der Fachzeitschrift „Hormone and Metabolic Research“.

Der neue Vertrag der Thieme Gruppe mit den zehn Mitgliedern des erweiterbaren Bibliothekskonsortiums regelt die schrittweise Transformation eines bestehenden Subskriptionsmodells in eine Open-Access-Finanzierung. „Wir arbeiten konsequent an der Umwandlung des bisherigen Geschäftsmodells. Wichtig ist dabei, transparente und faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen“, erklärt Thieme Verleger Dr. h.c. Albrecht Hauff. „Der bereits 2019 geschlossene Transformationsvertrag hat gezeigt, wie wichtig es ist, jenseits von Großprojekten wie DEAL zukunftsweisende Vereinbarungen zu schließen.“

Die teilnehmenden Fachbibliotheken zahlen in den kommenden fünf Jahren für die Nutzung der ausgewählten Thieme Fachzeitschriften im neuen Geschäftsmodell eine Gebühr, die sich aus einer Lizenz für das Lesen und einer Publikationspauschale für die Open-Access-Veröffentlichung von Autoren an diesen Institutionen zusammensetzt. Die Anzahl der Open-Access-Veröffentlichungen ist hierbei nicht begrenzt. Die betreffenden Fachzeitschriften wurden von den Beteiligten bewusst ausgewählt: Jeder Titel umfasst ein sehr forschungsintensives Fachgebiet, in dem deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler umfangreich publizieren. Nach etwa der Hälfte der Vertragslaufzeit werden die Vertragspartner gemeinsam überprüfen, wie sich die Open-Access-Einreichungen entwickeln. Die bisherige Lizenzgebühr wird dabei schrittweise in eine Publikationsgebühr umgewandelt.

„ZB MED fördert die offene und reproduzierbare Wissenschaft im Sinne von Open Science und FAIR-Prinzipien. Daher setzen wir uns bereits seit vielen Jahren für Open Access ein“, betont Geschäftsführerin Gabriele Herrmann-Krotz. „Mit der Thieme Gruppe haben die Bibliotheken einen verlässlichen Partner gefunden, und wir freuen uns, dass wir die gute Zusammenarbeit nach dem Pilotprojekt vor zwei Jahren nun weiter ausbauen konnten“, so Gabriele Herrmann-Krotz weiter.

Dr. Bernhard Mittermaier, Leiter der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich und Beteiligter an den DEAL-Verhandlungen, betont die wissenschaftspolitische Bedeutung des Vertrags: „Mit den jetzt getroffenen Vereinbarungen gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, komplementär zu den DEAL-Verhandlungen mit den drei größten Verlagen weltweit die Umstellung in den Open Access kontinuierlich auch bei kleinen und mittleren Verlagen voranzutreiben.“ Der Fortschritt der Transformation wird in dem vom Forschungszentrum Jülich betriebenen Open Access Monitor Deutschland dokumentiert.

Die Qualitätssicherung der Veröffentlichungen ist für alle beteiligten Projektpartner ein entscheidendes Anliegen. Die Leistungen der Thieme Gruppe sind bei Open-Access-Publikationen ebenso umfangreich wie bei traditionellen Zeitschriftenartikeln. Ein anspruchsvolles Peer Review durch international führende Expertinnen und Experten sowie ein professionelles Lektorat sind auch bei Open-Access-Artikeln selbstverständlich.

„Es ist erfreulich, dass wir erstmalig einen Transformationsvertrag für ein Titelpaket vereinbaren konnten, mit welchem wir und unsere Teilnehmer weitere wertvolle Erfahrungen mit Open Access sammeln können“, erläutert Maja Laisse, Director Sales Institutional Sales bei Thieme.
 

Über das Forschungszentrum Jülich

Forschung für eine Gesellschaft im Wandel: Mit dieser Mission arbeiten im Forschungszentrum Jülich mehr als 6000 Menschen Hand in Hand, darunter jährlich 600 Gastwissenschaftler aus 59 Ländern. Ihr gemeinsames Ziel: Forschung, die wirkt. Deshalb erforschen am Forschungszentrum Jülich Experten Grundlagen, Technologien und Systeme für die digitalisierte Gesellschaft, ein klimaschonendes Energiesystem und Ressourcen schützendes Wirtschaften. Natur-, Lebens- und Technikwissenschaften in den Bereichen Information, Energie und Bioökonomie sind hier eng mit besonderer Expertise im Höchstleistungsrechnen verknüpft und profitieren davon, dass einzigartige wissenschaftliche Infrastrukturen eingesetzt werden können. Das Forschungszentrum Jülich gehört zu den großen interdisziplinären Forschungseinrichtungen in Europa und leistet als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Beiträge zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.
 

Über Thieme

Thieme ist marktführender Anbieter von Informationen und Services, die dazu beitragen, Gesundheit und Gesundheitsversorgung zu verbessern. Das Familienunternehmen entwickelt mit seinen über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digitale und analoge Angebote in Medizin und Chemie. Die internationale Unternehmensgruppe mit weltweit 11 Standorten nutzt dafür ein breites Experten- und Partnernetzwerk sowie die qualitativ hochwertigen Inhalte aus 200 Fachzeitschriften und 4400 Buchtiteln. Darunter sind 50 reine Open-Access-Titel sowie zahlreiche Hybrid-Zeitschriften. Mit ihren Lösungsangeboten unterstützt Thieme relevante Informationsprozesse in der Wissenschaft, in Ausbildung und Patientenversorgung. Medizinstudierende, Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten, Kliniken, Krankenkassen sowie alle an Gesundheit Interessierten stehen hierbei im Mittelpunkt. Anspruch der Thieme Gruppe ist es, ihnen genau die Informationen, Services und Werkzeuge bereitzustellen, die sie in einer bestimmten Arbeitssituation oder Lebensphase benötigen. Durch die hohe Qualität und zielgruppenspezifische Relevanz der angebotenen Leistungen bereitet Thieme den Weg für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben.
 

Über ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften

ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften ist ein Infrastruktur- und Forschungszentrum für lebenswissenschaftliche Informationen und Daten. Ziel ist es, die Forschung für Mensch und Umwelt zu unterstützen und zu stärken: von Medizin über Biodiversität bis hin zu Umweltschutz. ZB MED bietet eine Kombination aus überregionaler Informationsversorgung, Big-Data-Analysen und Wissensvermittlung. Dies unterstützt die Forschenden umfassend im Sinne von Open Science entlang des gesamten Forschungskreislaufs und ermöglicht so neue Erkenntnisse: Information und Wissen für die Lebenswissenschaften.

 

Open Access

  • Thieme Open

    Die Informationsplattform bietet einen Überblick über das Open-Access-Angebot der Thieme Gruppe.

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