Fitte Faszien: Wie Sportler vom Faszientraining profitieren

Kay Bartrow arbeitet als Physiotherapeut in Balingen und gibt Fortbildungskurse für examinierte Physiotherapeuten.

Mit Faszientraining steigern Sportler ihre sportliche Leistung, reduzieren ihre Verletzungsanfälligkeit und regenerieren nachhaltiger. Faszien sind als Teil des Bewegungsapparates immer an Bewegung und damit auch an sportlichen Aktivitäten beteiligt. In der Physiotherapie werden Faszien bereits seit über 25 Jahren mit tollen Ergebnissen behandelt – mit den Erkenntnissen der aktuellen Faszienforschung lassen sich diese Erfolge nun auch erklären.

Was Faszien leisten

Der Mensch hat circa 215 Knochen, die etwa 10 Prozent des Körpergewichtes ausmachen. Hinzu kommen 640 Muskeln, die für bis zu 50 Prozent des Körpergewichts verantwortlich sind. Allein beim Stirnrunzeln sind 43 Muskeln aktiv. Die Gesamtlänge aller Nervenfasern unseres Körpers beträgt 768 000 km. Das entspricht der Strecke von der Erde zum Mond und zurück. Und all diese Strukturen sind über das Fasziensystem miteinander verbunden.

Faszien stellen eine kontinuierliche Verbindung der einzelnen Bauteile des Körpers dar. Sie umhüllen Muskeln, Knochen, Gelenke, Nerven und selbst innere Organe und verbinden diese. Bei den Faszien handelt es sich also wortwörtlich um Bindegewebe. Diese Verbindungen ermöglichen eine effizientere Verteilung von Belastung und auch eine effektivere Ausschöpfung der körperlichen Kräfte – besonders auch beim Sport.

Faszien übernehmen vielfältige Funktionen:

  • Sie übertragen Kräfte bei Bewegung.
  • Sie absorbieren von außen einwirkende Kräfte und schützen so zum Beispiel innere Organe.
  • Sie sorgen für eine optimale Gleitfähigkeit der Gewebe gegeneinander.
  • Sie formen den Körper.
  • Sie machen Bewegungen elastisch und geschmeidig.
  • Sie besitzen etwa sechsmal so viele freie Nervenendigungen wie Muskeln und registrieren so Druck, Temperatur, Spannungsänderungen und Schmerz.
  • Sie erbringen bis zu 80 Prozent der Kraftleistung bei sportartspezifischen Komplexbewegungen.

Verletzungen im Sport

Da Faszien im Körper omnipräsent sind, sind sie das auch bei Verletzungen – und hier ganz besonders bei Sportverletzungen. Ob Muskelkater oder Sehnenabriss: Faszien sind immer mit von der Partie und tragen ihren Teil zur Funktionsstörung bei. Gerade ein spezielles Bauteil der Faszien – die Myofibroblasten – haben eine besondere Funktion in der Wundheilung und sind damit besonders wichtig für die Regeneration. Sie sorgen dafür, dass Wunden kleiner werden. Darüber hinaus besitzen Myofibroblasten muskelähnliche Eigenschaften. Sie können die Spannung der Faszie direkt beeinflussen und so Kräfte übertragen.

Trainingsziele erreichen

Faszientraining kann jeder betreiben, vollkommen unabhängig von der Sportart. Gleichzeitig ist Faszientraining keine eigenständige Sportart – mit Faszientraining machen Sportler ein zusätzliches und ergänzendes Angebot an ihren Körper. Der „Profit“ kann in einer besseren Mobilität, einer gesteigerten Elastizität oder in einer verbesserten Kraftentwicklung liegen – es ist jedem selbst überlassen, wie er sein Training plant. Faszientraining unterstützt jeden einzelnen und besonders Laien- und Profisportler dabei, in der individuellen Sportart besser zu werden, Verletzungen effektiv vorzubeugen und bereits erlittene Verletzungen schneller und nachhaltiger auszuheilen.

Beim Laufen liegt der Fokus auf der Beinarbeit. Viele aktive Läufer toben sich jenseits ihrer individuellen Belastungsgrenze aus und riskieren Überlastungsverletzungen. Hier hat Faszientraining einen erheblichen präventiven Charakter. Beim Fußball, einer Kontakt-sportart, geht es darum, den eigenen Körper resistenter gegen Kräfte von außen zu machen. Rückschlagsportarten wie Tennis und Squash fordern vornehmlich die Arme und die Schulter-Nacken-Region in Sachen Kraft, Elastizität und Beweglichkeit.

Und genau da kommt mein neues Buch ins Spiel: „Faszientraining für Sportler“ bietet die wichtigen theoretischen Informationen sowie detaillierte Anleitungen für Übungen und liefert damit die Möglichkeit, sich ein individuelles Faszientraining zusammenzustellen, mit dem das eigentliche sportartspezifische Training bestmöglich ergänzt werden kann.

Es gilt das gesprochene Wort.
München, 13. Oktober 2016

 

  • Faszientraining kann jeder betreiben, vollkommen unabhängig von der Sportart. Gleichzeitig ist Faszientraining keine eigenständige Sportart – mit Faszientraining machen Sportler ein zusätzliches und ergänzendes Angebot an ihren Körper.

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