Wie helfe ich meinem Kind in der Schule?

Ingeborg Saval ist Pädagogin und Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Wien. Sie arbeitet in Schulen mit Kindern, Pädagogen und Eltern.

Unser Bildungssystem wird derzeit heftig diskutiert und von allen Seiten kritisch beobachtet. Kinder sollen richtig gefördert werden, aber vor Überforderung wird gewarnt. Eltern sollen ihre Mädchen und Jungen auf das Leben vorbereiten, beim Lernen unterstützen und zu mündigen, gebildeten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten erziehen. Das Thema Schule ist in Familien zentral und ständig präsent. Unsere Kinder werden in der Regel mit sechs Jahren eingeschult. Im Schuljahr 2014/2015 waren das in Deutschland rund 708 000 Schüler und Schülerinnen. Die jungen Menschen verbringen in etwa ein Fünftel ihres Lebens in Bildungseinrichtungen.

Was Kindern und Eltern wichtig ist

Natürlich wollen Eltern ihrem Nachwuchs durch eine gute Schulbildung eine möglichst gute Ausgangsposition für die Zukunft sichern. Eltern wollen eine gute Schule finden, beim Lernen helfen und sie wünschen sich motivierte Kinder und gute Noten. Sie möchten die Talente der Kinder fördern, Begeisterung wecken, Sport, Hobbys und Kreativität ermöglichen. Die Kinder hingegen wollen vor allem einen möglichst guten Platz im sozialen Raum „Klasse“ finden, Spaß haben, Freundschaften schließen und ausreichend spielen dürfen. Zukunftsgedanken liegen ihnen fern.

Die Erinnerung an die eigene Schulzeit

Die Qual der Wahl beginnt schon lange vor dem Schulstart, denn viele Schulen versprechen „die Beste“ zu sein. Lehren und Lernen verändert sich ständig und vieles läuft daher heute sehr viel anders ab, als es die Eltern aus ihrer eigenen Schulzeit kennen. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Erwartungen zu hinterfragen und festzustellen, inwieweit die elterlichen Erinnerungen Einfluss auf die Wahl der Schule nehmen. Mütter und Väter haben dabei teils ganz unterschiedliche Erwartungen und Anforderungen in Bezug auf die richtige Erziehung, Bildung und Schule. Jeder Elternteil für sich hat schon lange vor dem Schulstart viele Fragen im Kopf: Wie bereite ich mein Kind gut auf die erste Klasse vor? Wird sich mein Kind in der Schule wohlfühlen? Wie sieht eine optimale Hausaufgabenhilfe aus? Wie vermeide ich, dass das Thema Schule das Familienleben stört? Wie rede ich konstruktiv mit Pädagogen? Wie kann ich meinem Kind helfen, obwohl ich oft gar nicht weiß, was in der Klasse passiert?

Durchhänger bleiben nicht aus

Wenn alles gut geht und das Kind sich wohlfühlt, ist die ganze Familie stolz und freut sich mit. Alle Erfolge des Kindes geben auch Eltern ein gutes Gefühl. Doch in einem langen Schülerleben bleiben Sorgen und Durchhänger meist nicht aus. Denn niemand auf der ganzen Welt ist immer motiviert, erfolgreich, beliebt und fröhlich.

Individuelle Unterstützung

Wir Erwachsenen wollen die Kinder unterstützen und auf eine Welt von morgen vorbereiten, von der wir gar nicht wissen, wie sie aussehen wird. Ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie? Interessierte Eltern möchten deshalb vor allem wissen, wie sie

  • beim Lernen und beim Üben optimal unterstützen
  • ihr Kind motivieren und sein Selbstvertrauen heben
  • Konflikten rund um das Thema Schule richtig begegnen
  • mit Lehrern gut kooperieren
  • dem Kind bei Enttäuschung, Ärger, Angst oder Desinteresse helfen

All das ist nicht immer so schwierig, wie es sich anhört. Denn der Wunsch zum Lernen und Wachsen ist zum Glück in jedem Kind von Geburt an angelegt. Deshalb besteht die Aufgabe von Erwachsenen vor allem darin, auf gute Rahmenbedingungen für das Lernen zu achten. Ein Baustein sind realistische Erwartungen. Eltern sollten das Kind in seiner Persönlichkeit so annehmen, wie es ist: mit all seinen Stärken, Schwächen und Besonderheiten. Sonst geht auch das tollste Angebot an den Bedürfnissen des Kindes vorbei und schafft negative Emotionen und Lernblockaden. Schule fängt zu Hause an. Eltern können ihre Kinder dort beim individuellen Lernen liebevoll begleiten und vor allem immer ein offenes Ohr haben.

Das Lernen heute für das Leben von morgen geht weit über bloßen Wissenserwerb und messbare Leistung hinaus. Es bedeutet permanente Entwicklung der ganzen Persönlichkeit und geht umso leichter, je mehr es mit positiven Gefühlen gekoppelt ist. Mit einer vertrauensvollen, tragfähigen Eltern-Kind-Beziehung, hilfreichen Strategien für den Alltag und guten Tipps für den Notfall können Kinder und Eltern viele Hürden meistern und sogar gemeinsam daran wachsen.

Es gilt das gesprochene Wort.
Berlin, 7. Juli 2015

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