Übeltäter Kiefergelenk – Die Alternative zur Knirschschiene

Stuttgart – Probleme und Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich sind weit verbreitet: Rund 70 Prozent der Erwachsenen leiden zeitweise unter den Symptomen einer Funktionsstörung zwischen Ober- und Unterkiefer, einer sogenannten Craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Das führt zu Schmerzen im Kiefer oder beim Kauen. Aber auch hinter anderen Beschwerden wie Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel oder Zahnproblemen kann sich eine Kiefergelenkstörung verbergen. Wie Betroffene wieder entspannen und schmerzfrei leben können, erklärt Kay Bartrow in dem Ratgeber „Übeltäter Kiefergelenk“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2012).

Das Kiefergelenk wird ausgiebig beansprucht – wir benötigen es zum Sprechen, Lachen, Kauen, Grimassenschneiden. Seine Wirkung reicht aber weit über diese Funktionen hinaus: Wenn die Mechanik nicht genau stimmt, kann es auf viele andere Systeme im Körper wirken und Beschwerden verursachen. „Sie leiden häufig unter Kopfschmerzen, für die noch keine Ursache gefunden wurde? Sie haben knackende Geräusche im Kiefergelenk? Oder ein Ohrgeräusch? Ursache kann eine Störung am Kiefergelenk sein“, erklärt Bartrow.

Bei Problemen mit dem Kiefergelenk ist es wichtig, die Symptome richtig zu deuten und möglichst schnell zu behandeln – so lassen sich chronische Schmerzen oder auch langfristige Schäden am Gelenk und den benachbarten Gesichts- und Kopfpartien vermeiden. Bartrow zeigt, welchen Einfluss das Kiefergelenk auf Wohlbefinden und Gesundheit hat. Er beschreibt die Zusammenhänge zwischen dem Gelenk und anderen Körperregionen. Mit einem Selbsttest können Leser herausfinden, welche Beschwerden sie eventuell auf Probleme mit ihrem Kiefergelenk zurückführen können. Im Anschluss finden sich zahlreiche Übungen, die das Kiefergelenk je nach Symptomatik am besten trainieren. Diese lindern gezielt die Beschwerden und lassen sich gut in den Alltag einbauen – ohne Arzt und Wartezeit in der Physiopraxis.

Wissenswertes: Übung Ballverschieber

Um die Mobilisation der Kiefergelenke zu steigern, klemmen Sie einen Ball unter das Kinn und bewegen ihn mit dem Unterkiefer. Der Ball sollte so groß sein, dass Sie ihn bequem zwischen Kinn und Brustbein halten können. Allerdings sollte der Ball nicht kleiner als ein Tennisball sein. Es eignen sich entweder ein Tennisball, ein Soft-Tennisball oder ein etwas größerer Schaumstoffball. Verschieben Sie den Unterkiefer nach links oder rechts, ohne den Ball zu verlieren. Üben Sie vier Durchgänge mit jeweils 20 bis 30 Wiederholungen. Diese Übung verbessert die Mechanik im Gelenk, die Gelenkflächen werden belastbarer, die Gelenkknorpel gleiten besser.

Der Autor:

Kay Bartrow ist Physiotherapeut in einer großen Praxisgemeinschaft in Balingen und hat sich auf Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) spezialisiert. Seit 1998 gibt er dazu regelmäßig Fortbildungskurse für Physiotherapeuten.

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