Unbeschwert essen – vitalisierende Ernährung ab 40

Dr. Antonie Danz, Ernährungswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Frauengesundheit

Nach aktuellen Ergebnissen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (1) sind in der Gruppe der 45- bis 64-jährigen Frauen gut doppelt so viele Übergewichtige wie in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Der prozentuale Anteil an Adipösen, also Fettleibigen, ist sogar mehr als dreimal so hoch im Vergleich zur jüngeren Altersgruppe. Fast jede zweite Frau zwischen 45 und 64 Jahren ist übergewichtig oder sogar adipös. Ebenso zeigt sich eine Zunahme an körperlichen Beschwerden und chronischen Erkrankungen sowie eine vermehrte psychische und psychosomatische Beschwerdelast (2). Es ist also kein rein subjektives, individuelles Erleben von Frauen, dass sie etwa ab dem mittleren Lebensalter Probleme haben, ihr Gewicht im Normalbereich zu halten.

Dieses Bild von Frauen im mittleren Lebensalter zeigt sich auch in der Beratungspraxis. So klagen Frauen über eine Gewichtszunahme, obwohl sie nicht mehr und auch nicht anders essen als zuvor. Auch die vermehrt auftretenden Beschwerden und der zunehmende Vitalitätsverlust sind nicht nur theoretische, statistisch nachweisbare Größen, sondern praktische Erfahrung von vielen Frauen um die 40 und älter.

So richtet sich mein Kochbuch an Frauen, die sich auch jenseits der 40 wohl und vital fühlen wollen, denen es jedoch weniger um ein schnell wirksames Abnehmprogramm geht als vielmehr um eine bewusste Ernährungsweise, mit der sie sich auch langfristig wohl, ausgeglichen und vital fühlen. Die 13 Ernährungsleitregeln auf der Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin liefern eine einfache und verständliche Basisempfehlung. Sie lassen ausreichend Flexibilität und können auch im Berufs- und Familienalltag gut umgesetzt werden. Und wie ließe sich eine vitalisierende Ernährungsweise besser erfahren und individuell gestalten als über das Kochen und Essen? So dienen die 110 Rezepte der Zubereitung von Speisen ganz im Sinne von
„Alles wird schwerer – Ich nicht!“. Im Buch empfehle ich, eine vorwiegend pflanzliche Kost zu essen. Gerade nach Anregungen für vegetarische Gerichte werde ich in der Praxis oft gefragt. Der Fokus der Rezepte liegt auf Gemüse- und Getreidegerichten. Getreide als vergessene Nahrungsbasis spielt dabei eine große Rolle: Hirse eignet sich zum Beispiel gut für Einsteiger, Grünkern besticht durch seinen nussigen Geschmack und Mais harmonisiert die Mitte. Informationen zur Wirkung einzelner Garverfahren und ein Saisonkalender geben weitere hilfreiche Hinweise für das ausgewogene Kochen. Besonders der warme Getreidefrühstücksbrei ist für viele Frauen etwas ganz Neues, Ungewohntes. Die süßen und herzhaften Varianten eignen sich bestens dazu, das Frühstück auch ohne Brot und Brötchen variabel und wohlschmeckend zu gestalten. Darüber hinaus sind sie wesentlich besser für die Figur und geben ein wohlig warmes Gefühl von Genährtsein am Morgen. Etwas, was wir in einer zunehmend fordernden Welt alle gut gebrauchen können.

Es gilt das gesprochene Wort.
Hamburg, November 2012

(1) Robert Koch-Institut (Hrsg) (2012) Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell 2010«. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin
(2) Robert Koch-Institut/Statistisches Bundesamt (Hrsg) (2005) Schwerpunktbericht der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gesundheit von Frauen und Männern im mittleren Lebensalter. RKI, Berlin.

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