Mehr Qualität bei weniger Kosten: Versorgungsmanagement steigert Effizienz der Krankenkassen

Stuttgart, Juni 2010 – Ein gutes Versorgungsmanagement kann die Effizienz der gesetzlichen Krankenkassen deutlich steigern. Wie eine Analyse des Gesundheitsdienstleisters AnyCare zeigt, senken Betreuungsprogramme die Ausgaben der Versicherungen und verbessern gleichzeitig die medizinische Versorgung der Patienten. Damit helfen sie den Kostenträgern, im zunehmend härteren Wettbewerb zu bestehen.

„Die einzelne Kasse wird sich in Zukunft nur noch über ein gutes Verhältnis aus Preis und Qualität abheben können“, sagt Dr. med. Thorsten Pilgrim, Geschäftsführer der AnyCare GmbH. „Ein innovatives Versorgungsmanagement maximiert die Effizienz der Krankenkassen und sichert ihnen so wertvolle Wettbewerbsvorteile.“ Die Gesundheitsreform hat den Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenversicherungen deutlich verschärft. Wie hoch der finanzielle Druck ist, zeigt der Umstand, dass seit Januar siebzehn Kassen von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge fordern.

Dass ein gutes Versorgungsmanagement Kosten sparen und gleichzeitig die Qualität der Behandlung verbessern kann, zeigen die Auswertungen des Stuttgarter Gesundheitsdienstleisters. In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen bis zu 80 000 Versicherte betreut und Unterstützung im Umgang mit der individuellen Erkrankungssituation geboten. Anhand von anonymisierten Daten von über 1.000 Patienten analysierte AnyCare nun anhand eines Vorher-Nachher-Vergleichs die Auswirkungen des Programms.

Die Datenanalysen haben gezeigt, dass durch die Versorgungsmanagement-Programme für Menschen mit körperlichen (AnyCare ProMed) und psychischen Krankheiten (AnyCare ProPerspektive) die Kosten um rund 20 Prozent gesenkt werden können. Bei AnyCare ProMed werden beispielsweise bei Ausgangskosten von 9 457 Euro voraussichtlich 1 885 Euro eingespart. Auswertungen zu AnyCare ProPerspektive ergeben eine voraussichtliche Kostenreduktion von 2 127 Euro bei Ausgangskosten von 10 692 Euro. „Jene Kassen, die ihren Versicherten ein Versorgungsmanagement anbieten, refinanzieren nicht nur dieses Programm, sondern sparen darüber hinaus noch Geld“, betont Pilgrim.

Mit Versorgungsmanagement-Programmen lassen sich jedoch nicht nur die Kosten senken. Auch die Einnahmeseite kann durch eine Versichertenbetreuung optimiert werden. Leidet ein Patient an einer der 80 Krankheiten, die durch den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) gedeckt werden, wie etwa Bluthochdruck oder Reflux, steht der Kasse ein Zuschlag aus dem Gesundheitsfonds zu. Wegen mangelhafter Arzt- und Medikamenten-Compliance und einer damit einhergehenden fehlenden Dokumentation entgeht jedoch den Kostenträgern oft dieses Geld, obwohl ein Patient durchaus dafür in Frage käme. „Bei einer guten Arzt- und Medikamenten-Compliance und einer daraus resultierenden besseren Dokumentation können Kassen die Zuschläge für ihre Versicherten quasi nebenher optimieren“, erläutert Pilgrim.

Von dem Versorgungsmanagement profitieren aber nicht nur die Kassen, sondern insbesondere auch die Versicherten. Eine qualifizierte Lebensqualitätsmessung bei AnyCare ProMed zeigte, dass mit fachkundiger Betreuung die Lebensqualität der Versicherten durchschnittlich um über acht Prozent steigt. Auswertungen zum psychischen Wohlbefinden bei AnyCare ProPerspektive ergaben sogar eine Verbesserung um 45 Prozent. Befragungen von Teilnehmern zufolge würden mehr als 90 Prozent der Patienten das AnyCare Programm weiterempfehlen. „Im Wettbewerb der gesetzlichen Krankenkassen kann sich nur behaupten, wer es als Kostenträger schafft, die Ausgaben zu senken, die Einnahmen zu optimieren und gleichzeitig die Versicherten gut zu versorgen“, so das Fazit von Dr. med. Thorsten Pilgrim. Das gelingt mit Versorgungsmanagement.