Via medici-PJ-Umfrage 2009

Stuttgart, Mai 2009 – Das Praktische Jahr (PJ) ist Ziel und Höhepunkt des Medizinstudiums. Mit Spannung und Freude erwarten die angehenden Ärzte die Arbeit am und mit dem Patienten und freuen sich auf den fachlichen Austausch mit erfahrenen Medizinern. Leider werden ihre Erwartungen häufig enttäuscht: Die PJ-Umfragen von "Via medici", Zeitschrift und Online-Portal für Medizinstudenten des Stuttgarter Georg Thieme Verlags, haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass viele Medizinstudenten diesen Ausbildungsabschnitt in schlechter Erinnerung behalten: Sie fühlen sich zur Hilfskraft degradiert, mit Verwaltungsarbeit überhäuft und als Hakenhalter oder Blutabnehmer missbraucht, so das Fazit der Umfrage aus dem Jahr 2007. Wie und ob sich daran etwas geändert hat, können PJ-Studenten der Redaktion im Rahmen der aktuellen Via medici-PJ-Umfrage noch bis zum 15. Juli 2009 mitteilen.

"Das PJ spielt bei der Entscheidung, ob man später als Arzt im Krankenhaus arbeitet, sich eine andere Tätigkeit sucht oder ins Ausland geht, eine Schlüsselrolle. Will man den Ärztemangel in Deutschland nicht weiter vorantreiben, kommt man nicht umhin, das Praktische Jahr attraktiver zu gestalten", ist sich der Vorsitzende des Sprecherrates der Medizinstudenten im Marburger Bund, Patrick Weinmann, sicher. Als logische Konsequenz organisierten der Marburger Bund (MB) und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD) Anfang des letzten Jahres deshalb verschiedene Aktionen, um auf die Bedeutung des letzten Studienjahres und die vorhandenen Missstände aufmerksam zu machen.

Darüber hinaus forderte der Marburger Bund den Gesetzgeber dazu auf, PJler für ihre Arbeit einheitlich und angemessen zu entlohnen. Mit einem Krankenhausträger konnte die Vereinigung inzwischen eine monatliche Bezahlung von 700 Euro für das kommende Jahr vereinbaren. Die Heidelberger Universitätsklinik bietet ihren Studenten im Praktischen Jahr ein neues Ausbildungsprogramm an, das sie besser als bisher auf ihre Aufgaben im Klinikalltag vorbereiten soll. Beispiele die Schule machen? Ob sich solche Maßnahmen an den Kliniken durchsetzen und sich in der Zufriedenheit der Studenten widerspiegeln, wird die diesjährige Via medici-PJ-Umfrage zeigen.

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