Welt-Tollwut-Tag am 28. September: Tollwut verläuft stets tödlich

Düsseldorf, September 2016 – Etwa 55 000 Menschen sterben weltweit jedes Jahr an Tollwut. Ist die Krankheit erstmal ausgebrochen, endet sie immer tödlich. In Deutschland ist Tollwut fast vergessen: Seit 2008 ist das Land frei von klassischer Wildtollwut, lediglich in Fledermäusen zirkuliert das Virus noch. Reisende können sich aber weiterhin infizie-ren – vor allem in Afrika und Asien. Wer in Regionen reist, in denen Tollwut übertragen wird, sollte sich vorab impfen lassen – auch deshalb, weil in vielen Reiseländern hochwertige Impfstoffe nicht regelhaft zu Verfügung stehen. Dies rät das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Welt-Tollwut-Tages am 28. September.

Ob streunende Hunde, Affen, Katzen oder Fledermäuse – in vielen Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas übertragen Säugetiere die Erreger. Dabei ist nicht einmal ein Biss nötig. Bereits wenn der Speichel von infizierten Tieren in Berührung mit kleinen, offenen Hautstellen kommt, können die Tollwutviren in den menschlichen Organismus gelangen. Ein Heilmittel gegen die Krankheit gibt es nicht. Sie bricht zwar nicht bei jedem aus, der sich infiziert hat – aber jeder, der erkrankt, muss sterben. „In der Regel beträgt die Inku-bationszeit drei bis acht Wochen. In Einzelfällen kann es sogar mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht“, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

Jelinek rät dazu, vorzubeugen und sich schon vor der Reise vollständig mit einem modernen Zellkulturimpfstoff impfen zu lassen. Für einen vollständigen Schutz wird die Toll-wutimpfung in drei Dosen innerhalb von mehreren Wochen verabreicht. Bei der soge-nannten Schnellimmunisierung ist es auch möglich, innerhalb von einer Woche zu impfen. Nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier sollte dann sicherheitshalber noch einmal geimpft werden. „Allerdings sind in den meisten Schwellen- und Entwicklungs-ländern hochwertige Zellkulturimpfstoffe und Immunglobuline nur sehr eingeschränkt erhältlich – am ehesten in Kliniken mit westlichem Standard in den großen Metropolre-gionen“, so Jelinek. Deshalb sollten Reisende in Verbreitungsgebieten der Tollwut vor der Reise vollständig geimpft sein, insbesondere bei unzureichender medizinischer Versorgung, bei Langzeitaufenthalten oder bei einem möglichen Kontakt zu Tieren, etwa weil Nationalparks besucht werden.

Informationen zu Impfempfehlungen aller Reiseländer sind erhältlich unter www.crm.de/laender. Das CRM Handbuch Reisemedizin, das sich an Reisemediziner, Apo-theker und interessierte Reisende wendet, listet zudem auf, ob, und wenn ja, welche Tollwutimpfstoffe in den verschiedenen Reiseländern verfügbar sind. Weitere Informationen unter http://www.crm.de/medien. Der Welt-Tollwut-Tag wird jährlich am 28. Sep-tember begangen. Ziel ist es, Bewusstsein für die Prävention dieser gefährlichen Erkrankung zu schaffen.