Wenn Brot und Getreide krank machen – Gluten-Intoleranz, Zöliakie oder was sonst?

Stuttgart, März 2011 - Blähungen nach einer Brotmahlzeit, Durchfall und Bauchschmerzen nach dem Müsli oder den Nudeln? Da denken viele sofort an Zöliakie. In Brot und Getreide verstecken sich aber neben Gluten noch viele weitere Bestandteile, die Beschwerden auslösen können. Wie Betroffene ihrem persönlichen „Übeltäter“ auf die Spur kommen und beschwerdefrei leben, erklärt Dr. Maximilian Ledochowski in seinem Ratgeber „Wenn Brot & Getreide krank machen“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2011).

Unverträglichkeitsreaktionen auf Brot- und Getreidebestandteile werden häufig erst nach einer längeren Odyssee durch diverse Facharztpraxen erkannt, denn auch für viele Ärzte ist dieses Gebiet Neuland. „Die Allgegenwart von Brot und anderen Getreideprodukten ist ein Grund für die Schwierigkeiten beim Erkennen der Probleme: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“, so Ledochowski. Ein weiterer Grund sind die allgemeinen und vieldeutigen Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. „Anerkannte Diagnose- und Behandlungsverfahren sind leider noch immer Mangelware“, erklärt er.

Ledochowski forscht seit vielen Jahren über Intoleranzen und gilt als Pionier auf diesem Gebiet. „Brot hat seine Unschuld verloren“ – so fasst er seine Forschungsergebnisse zum Getreide zusammen. Seine kritischen Thesen widersprechen auch Lehrsätzen wie beispielsweise der generellen Empfehlung von Vollkorn, Ballaststoffen und Reformhauswaren. Mit den Informationen und dem Selbsttest in seinem Ratgeber können Betroffene prüfen, ob sie an Zöliakie oder an einer Gluten-Intoleranz leiden oder gegen andere Inhaltsstoffe aus Roggen oder Weizen, gegen Ballaststoffe oder bestimmte Backzusätze empfindlich sind. Oft helfen dann schon kleine Umstellungen bei der Ernährung, um beschwerdefrei zu leben.

Der Autor

Dr. med. Maximilian Ledochowski ist Facharzt für Innere Medizin in Innsbruck mit Schwerpunkt Ernährung. Mit seinen Forschungsarbeiten hat er das Thema Unverträglichkeiten in den Fokus von Medizin und Öffentlichkeit gerückt. Bei TRIAS hat er den Ratgeber „Wegweiser Nahrungsmittel-Intoleranzen“ herausgegeben.

Wissenswertes: Was ist Gluten und warum macht es heute mehr Probleme als früher?

Gluten ist ein Sammelbegriff für die Klebereiweiße im Weizen. Alle Brotgetreidearten enthalten solche Klebereiweiße. Allerdings in unterschiedlichen Mengen. Heutzutage macht Gluten mehr Probleme als früher, da noch nie in der Geschichte der Menschheit derart große Glutenmengen in unserer Nahrung vorgefunden wurden. Die weltweite Getreideproduktion hat sich beispielsweise von 1956 bis 1996 fast verdreifacht. Außerdem werden ständig neue Weizensorten mit noch höherem Glutengehalt gezüchtet. Denn durch Mehl mit hohem Glutenanteil werden Backwaren schön „luftig“. Oft wird den Mehlmischungen deshalb sogar noch reines Gluten in Pulverform zugesetzt.

 

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