Wenn Nahrungsmittel Kinder krank machen

Stuttgart, April 2010 - Ewig zappelig oder chronisch schlapp, hyperaktiv oder dauernd schlecht drauf – wenn Kinder aus der Rolle fallen, kann das an der Ernährung liegen. Der neue Ratgeber „Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bei Kindern“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2009) hilft, versteckte Krankmacher zu erkennen.

Dass Erbsen, Bohnen, Linsen und Kohl einen Blähbauch machen, wussten schon unsere Großeltern. Aber auch viele andere Nahrungsmittel können die Verdauung durcheinanderbringen und zu unangenehmen Beschwerden führen. Bauchweh, chronischer Durchfall und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Problemen, die auch schon bei Kindern auftreten. Selbst Konzentrationsprobleme oder sogar ADHS sind mitunter ernährungsbedingt. Häufig liegt das Problem in der Verwertung von Kohlenhydraten. Gerade Zuckerarten wie Milchzucker, Fruchtzucker und Sorbit werden bei relativ vielen Menschen, auch schon bei Kindern, nicht vollständig verdaut. Der Überschuss dient als „Futter“ für Bakterien im Darm. Eine bakterielle Überbesiedlung, eine vermehrte Gasproduktion und damit einhergehende Beschwerden sind die Folge.

„Das Kind, das am Essen mäkelt, hat oft einfach Recht“, so Dr. med. Bernd Regler. „Die Erwachsenen verlangen so oft in diesen Fällen Disziplin. Sie versuchen zu erziehen – und liegen damit häufig nachweislich falsch.“ Der neue Ratgeber hilft, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten auf die Spur zu kommen. Verständlich und spannend werden die biochemischen und physiologischen Zusammenhänge erklärt und Wege zur Diagnose aufgezeigt. Mit einem einfachen Test können Eltern prüfen, ob ihr Kind etwa an einer Kohlehydrat-Unverträglichkeit leidet. Dazu gibt es konkrete Tipps zur Ernährungsumstellung und viele leckere Rezepte für eine gesunde, kindgerechte Kost.

Die Autoren

Dr. Bernd Regler ist Facharzt für Innere Medizin. Seit rund 25 Jahren führt er eine fachinternistische Praxis in Bad Nauheim mit dem Schwerpunkt Magen-Darm-Erkrankungen und Verdauungsstörungen. Gemeinsam mit seiner Frau Cornelia Regler gründete er Heal-Links Institut für Verdauungsstörungen. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf Laktose-, Fruktose-, Sorbit-Unverträglichkeit und Bakterielle Überbesiedlung.

Cornelia Regler ist ärztlich zertifizierte „Beraterin bei Lebensmittelallergien und Malabsorption“ und „Ernährungsberaterin für Kinder“. Im Institut Heal-Links leitet sie Patienten-Kochkurse.

Dr. Heidi Braunewell ist Diplom-Biologin, Referentin und Buchautorin. An der Stiftung Reformhaus Fachakademie/Akademie Gesundes Leben in Oberursel im Taunus leitet sie die Ausbildung „Ernährungsberater/in für Kinder“.

Wissenswertes: Zuckerfrei ist nicht gleich gut

Zuckerfreie Süßigkeiten und Kaugummis sind meist mit Sorbit, Sylit oder Isomalt gesüßt. Dadurch werden sie zwar zahnfreundlich, der Darm von Menschen mit Fruktose-/Sorbit-Unverträglichkeit kann sich mit diesen Zuckeraustauschstoffen aber nur selten anfreunden. In dem Fall ist es besser nach „normalen“ Lebensmitteln Ausschau zu halten. „Normal“ ist das mit Haushaltszucker Gesüßte – nicht das Zuckerfreie.