West Nile-Fieber: Auf Reisen nach Ost- und Südosteuropa vor Mücken schützen

Düsseldorf, August 2011 – Seit Ende Juli diesen Jahres sind in Ost- und Südosteuropa mehrere Menschen am West Nile-Fieber erkrankt. Bisher wurden aus Griechenland, Rumänien, Russland und Albanien insgesamt 56 Fälle gemeldet. Experten fürchten weitere Erkrankungen, da sich die durch Mücken übertragene Virusinfektion in Ost- und Südosteuropa zunehmend ausbreitet. Reisende, die Länder dieser Region besuchen, sollten sich deshalb besonders nachts vor Mücken schützen, rät das CRM Centrum für Reisemedizin.

Im vergangenen Jahr infizierten sich allein in Griechenland 257 Menschen mit dem West Nile-Fieber. Viele Patienten waren mit Anzeichen von Hirn- oder Hirnhautentzündungen, die infolge der Infektion häufig auftreten, ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Die Zahl der Erkrankungen ist 2010 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich angestiegen“, sagt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Da sich das West Nile-Fieber seit einigen Jahren zunehmend in Ost- und Südosteuropa ausbreitet, rechnen wir auch für diesen Sommer und den kommenden Herbst noch mit zahlreichen Infektionen.“

Das West Nile-Fieber ist eine akute, grippeähnliche Virusinfektion, die durch nachtaktive Mücken übertragen wird und vorwiegend in den Tropen und Subtropen, seit einigen Jahren auch in Nordamerika, auftritt. Die Krankheit bricht etwa drei bis sechs Tage nach dem Stich durch eine infizierte Mücke aus. Fieber, Muskelschmerzen und angeschwollene Lymphknoten sind typische Symptome. Etwa ein Drittel der Erkrankten entwickelt an Brust, Rücken und Armen einen Hautausschlag, der jedoch abheilt. Bei einigen Patienten kommt es zu Hirn- oder Hirnhautentzündung. Vor allem bei älteren Menschen kann die Infektion tödlich verlaufen.

„Da es gegen das Virus keine Impfung gibt, sollten Reisende sich besonders in der Dämmerung und nachts vor Mücken schützen“, so Reisemediziner Jelinek. In Innenräumen empfiehlt es sich, Fenster und Schlafstätten mit Moskitonetzen abzudichten. Die Netze sollten eine Lochgröße zwischen 1,2 und 1,5 Millimeter haben. Damit sind sie feinmaschig genug, um auch vor kleinen Mücken zu schützen, erlauben aber dennoch eine gute Luftzirkulation. Eine zusätzliche Imprägnierung der Netze mit dem Insektizid Permethrin erhöht die Effektivität. Bei Aufenthalten im Freien hilft körperbedeckende Kleidung. Zudem sollte auf freie Hautstellen ein Mückenabwehrmittel aufgetragen werden. Repellents, die den Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) beinhalten, bieten mindestens drei bis vier Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden Insekten.