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    Eine gute Patientenbeziehung hilft Ärzten, ihre Arbeit als befriedigend zu empfinden.

     

Wie Ärzte gesund bleiben

Stuttgart, März 2013 – Etwa jeder fünfte Arzt entwickelt im Laufe seines Lebens eine seelische Erkrankung. Lange Arbeitszeiten, ständiger Umgang mit Tod und Leid, wachsender Verwaltungsaufwand und wenig Zeit für die Patienten: Ärzte sind eine stark belastete Berufsgruppe, die bei der Arbeit oft die eigenen Grenzen übersieht. Sind Ärzte also hilflose und verwundete Helfer? Nicht, wenn sie mithilfe von Bewältigungsstrategien lernen, seelisch gesund zu bleiben oder zu werden, so die Erkenntnis einer Studie von Frau Dr. Julika Zwack, die sie in dem Fachbuch „Wie Ärzte gesund bleiben – Resilienz statt Burnout“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2013) vorstellt.

Ist es für Ärzte angesichts der wachsenden Stressfaktoren überhaupt möglich, gesund und zufrieden zu bleiben? Wie gelingt es ihnen, Burnout oder Depression zu bewältigen? Diesen Fragen ging Zwack im Rahmen einer Untersuchung nach, an der mehr als 200 Ärzte teilnahmen. Ergebnis: Wer selbstbewusst eigene Grenzen erkennt und akzeptiert, wer einen gesunden Egoismus entwickelt, sich organisiert, abgrenzt und Prioritäten setzt, ist auf dem richtigen Weg.

Resilienz bezeichnet beim Menschen eine innere Stärke, Konflikte, Misserfolge und Krisen zu meistern. Faktoren, die diese Widerstandsfähigkeit stärken, sind beispielsweise die Überzeugung, Einfluss auf sein Leben zu haben, die Fähigkeit, den Blick weg von Problemen hin zu Lösungen zu richten oder enge Bindungen zu anderen Menschen. Bei den befragten Ärzten gehörte zu den meistgenannten Resilienzfaktoren das Gefühl, sich im Kontakt mit dem Patient als wirksam zu erfahren. Wie gelingt es Ärzten, sich auch in Zeiten von Fließbandmedizin und Kostendruck diese Kraftquelle zu erhalten? Wichtig scheint die Qualität der Patientenbeziehung zu sein. Das wurde in den Gesprächen, die Zwack führte, deutlich. Vor allem diejenigen Ärzte empfinden ihre Arbeit als befriedigend, die bestimmte Ansprüche an die Beziehung zu ihren Patienten haben, wie Wertschätzung oder Humor und bewusst dafür eintreten. „Meine Patienten kommen von weit her. Sie kommen deshalb, weil sie wissen, dass wir in Ruhe miteinander reden und dass man auf ihre Probleme eingeht“, berichtet ein befragter Mediziner.

Die Untersuchung zeigte deutlich, dass es verschiedene Strategien und Lebenspraktiken gibt, die für die meisten der befragten Ärzte in ihrem Arbeitsalltag hilfreich sind. Diese stellt Zwack in ihrem Buch vor und bietet Anleitungen zur Selbstbeobachtung und Verhaltensänderung. Zwack ist überzeugt: Wenn Ärzte in ihre außerberuflichen Lebenswelten, ihre Arbeitsbeziehungen, ihre Selbstorganisation und ihre Selbsterkenntnis investieren, lernen sie mit Dauerstress richtig umzugehen und ihre eigene Belastungsfähigkeit zu steigern.

Buchtipp

Wie Ärzte gesund bleiben - Resilienz statt Burnout
Julika Zwack, Götz MundleWie Ärzte gesund bleiben - Resilienz statt Burnout

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