Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert

Stuttgart, November 2011 – Macht Geld wirklich glücklich? Wo leben die glücklichsten Menschen? Ist jeder selbst seines Glückes Schmied? Wahres Glück kommt von innen, sagt der Volksmund. Junge Wissenschaftszweige wie die Positive Psychologie und die Mind-Body-Medizin, die sich mit dem Phänomen Glück beschäftigen, bestätigen das. Aber was passiert „innen“ eigentlich genau? Welchen Einfluss haben wir darauf? Und wie können Ärzte, Psychologen und Therapeuten die neuesten Erkenntnisse für sich und ihre Patienten nutzen? Das erklärt Tobias Esch in seinem neuen Buch „Die Neurobiologie des Glücks – Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2011).

Glück entsteht, vereinfacht gesagt, im Gehirn. Ein körpereigenes Belohnungssystem, das Glücksbotenstoffe wie Dopamin, Serotonin und endogene Opioide und Opiate ausschüttet, sorgt für die begehrte wohlige Empfindung. Ist jeder seines Glückes Schmied? Ja, sagt die Wissenschaft, zumindest zu einem wesentlichen Teil – wenn sie diesen auch nicht exakt beziffern kann. Rund 40 Prozent unseres Glücksempfindens, so schätzen Glücksforscher wie Martin Seligman oder Sonja Lyubomirsky, gehen auf unser eigenes Konto. Unserer Fähigkeit glücklich zu sein, ist etwa zur Hälfte angeboren, also in der genetisch festgelegten Struktur unseres Gehirns begründet. Nur etwa zehn Prozent hängen von den äußeren Umständen ab. Die restlichen 40 Prozent liegen im Bereich unserer Möglichkeiten, das heißt, wir können unser Glücksempfinden aktiv beeinflussen. Und zwar, indem wir die strukturellen Voraussetzungen in unserem Gehirn dafür schaffen und die Ausschüttung von Glücksbotenstoffen aktiv fördern: etwa durch positives Denken, Genuss, Achtsamkeit oder Flow-Erlebnisse. „Die gute Botschaft ist: Das können wir trainieren“, so Autor Tobias Esch.

In seinem Buch vermittelt der Neurowissenschaftler und Professor für Integrative Gesundheitsförderung auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse aus Neurobiologie, Hirnforschung und Positiver Psychologie fundiertes Grundlagenwissen für Ärzte, Psychologen und Therapeuten, aber auch für wissenschaftlich interessierte Laien. Dabei geht er zunächst der Frage nach, was Glück aus Sicht von Psychologie und Medizin eigentlich ist, wo Glücksempfinden neurobiologisch gesehen entsteht und wie es ausgelöst wird. Im zweiten Schritt geht es um die Frage: Was schafft Glück? Welche Lebenshaltung und Denkweise, welches Tun und auch Nicht-Tun machen nachweislich glücklich? Und schließlich geht es um die angewandte Positive Psychologie, um die „Glückspraxis“. Was kann jeder konkret tun, um Glück zu empfinden? Dabei legt Esch besonderes Augenmerk auf die spezielle Situation behandelnder Ärzte, Psychologen und Therapeuten. Obwohl gut ausgebildet, in einem offenkundig sinnvollen Beruf mit hohem sozialem Ansehen und gutem Einkommen tätig, fühlen sie sich oft nicht glücklich, sondern vielmehr überfordert und in vielen Fällen vom Burn-out bedroht. Sie finden hier viele Hinweise und konkrete Tipps, wie sie ihr eigenes Leben (wieder) in glückliche und zufriedene Bahnen lenken und diese Erfahrung und Grundstimmung auch in ihre berufliche Praxis zum Wohle ihrer Patienten mit einbringen können.

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