Beginn der Zeckensaison: Impfschutz auffrischen und vor Stichen schützen

Düsseldorf, April 2011 – Mit der ersten Wärme im Frühjahr werden sie aktiv und warten in Wiesen und am Waldboden auf ihre Wirte: Zecken. Ein Zeckenstich birgt für das Opfer die Gefahr, sich mit Erregern der Borreliose oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu infizieren. Menschen, die in FSME-Verbreitungsgebieten leben, sollten sich deshalb jetzt gegen das Virus impfen lassen, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Um sich vor einer Infektion mit Borrelien zu schützen, helfen Vorsorgemaßnahmen gegen einen Zeckenstich und richtiges Handeln, wenn sich der Parasit doch festgesaugt hat.

Das von den Zecken übertragene FSME-Virus ist in Deutschland vor allem in Baden-Württemberg und Bayern sowie in Teilen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz verbreitet. Zudem kommt FSME teilweise in Österreich, der Schweiz, in Skandinavien und Osteuropa vor. In diesen Gebieten tragen bis zu fünf Prozent der Zecken das Virus in sich. Die FSME-Viren können eine Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine spezielle Form der Hirnhautentzündung auslösen.

Menschen, die sich in FSME-Verbreitungsgebieten in der Natur aufhalten, ist eine Impfung deshalb empfohlen: „Patienten sollten dabei unbedingt darauf achten, alle Impftermine einzuhalten“, sagt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Für einen vollständigen, langfristigen Schutz sind drei Impfdosen in zeitlichem Abstand nötig. Viele Patienten erhalten jedoch nur eine Impfdosis und wiegen sich dann in falscher Sicherheit.“ Zudem sollte die Impfung gegen FSME alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Impfung für Personen, die in den deutschen FSME-Verbreitungsgebieten wohnen oder dorthin reisen.

Die in Europa am häufigsten durch Zecken verbreitete Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Im Unterschied zu den FSME- Erregern ist die Verbreitung der Borrelien-Bakterien nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt. Bis zu 35 Prozent der Zecken sind mit den Bakterien infiziert und können diese übertragen. Eine Erkrankung zeigt sich zu Beginn durch grippeähnliche Symptome, blaurote Flecken auf der Haut und verläuft sehr unterschiedlich. Bei komplizierten Verläufen kann es zu Herzentzündungen oder Veränderungen des Zentralnervensystems kommen. Die Erkrankung wird mit Antibiotika behandelt. Der Behandlungserfolg unterscheidet sich je nach Stadium der Erkrankung.

Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Deshalb ist es wichtig, Zeckenstiche von vornherein zu vermeiden: Wer durch Wälder oder hohe Wiesen wandert, sollte lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. Auch Repellents zum Einreiben und Aufsprühen auf die Haut können Zecken abwehren. „Jedoch eignet sich hierfür nicht jedes insektenabweisende Mittel“, sagt Dr. Jelinek und empfiehlt, sich hierzu in der Apotheke beraten zu lassen. Direkt nach einem Ausflug in die Natur, sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion: Die Übertragung der Borreliose-Erreger erfolgt meist erst nach mehrstündigem Saugen. Wenn nach dem Entfernen einer Zecke eine länger anhaltende Hautrötung oder Fieber auftritt, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Weitere Informationen zum Thema Zeckenschutz finden Interessierte auf der Seite des CRM Centrum für Reisemedizin: http://www.crm.de/zecken/index.html

Eine Karte der FSME-Risikogebiete findet sich auf der Internetseite des Robert-Koch-Institut.