Zeckenschutz: FSME in weiten Teilen Europas verbreitet – Bei Outdoorurlauben vor Stichen schützen und gegen FSME impfen

Düsseldorf, April 2012 – Mit der ersten Wärme im Frühjahr beginnt die Zeckensaison: Ein Stich des Parasiten birgt für Menschen die Gefahr, sich mit Erregern der Lyme-Borreliose oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu infizieren: In Deutschland erkranken pro Jahr rund 5000 Menschen an Borreliose, 260 Personen infizierten sich 2010 mit FSME. Während Zecken Borrelienbakterien in den gesamten gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel übertragen, tritt das FSME-Virus nur regional auf. Ein Infektionsrisiko besteht in weiten Teilen Ost- und Nordeuropas sowie in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt Reisenden, die sich in FSME-Verbreitungsgebieten in der Natur aufhalten, sich vor Zeckenstichen zu schützen und gegen das Virus impfen zu lassen.

„FSME kommt nicht gleichmäßig in allen Ländern Zentral-, Nord- und Osteuropas vor, sondern tritt in bestimmten Gebieten gehäuft auf – am meisten betroffen sind die baltischen Ländern und die Tschechische Republik“, erklärt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Urlauber sollten sich bei ihrem Arzt erkundigen, ob ihr Reiseziel in einem Risikogebiet liegt und sich ge-gebenenfalls gegen FSME lassen“, rät Jelinek. In FSME-Risikogebieten tragen bis zu fünf Prozent der Zecken das Virus in sich. „Patienten sollten bei der Impfung darauf achten, alle Impftermine einzuhalten“, so Jelinek. „Für einen vollständigen, langfristigen Schutz sind drei Impfdosen in zeitlichem Abstand nötig. Viele Patienten erhalten jedoch nur eine Impfdosis und wiegen sich dann in falscher Sicherheit.“ Zudem sollte die Impfung gegen FSME alle fünf Jahre aufgefrischt werden.

Die in Europa am häufigsten durch Zecken verbreitete Krankheit ist die Lyme-Borreliose: In Deutschland registriert das Robert Koch-Institut rund 5000 Erkrankungsfälle pro Jahr. Bis zu 35 Prozent der Zecken sind mit den Bakterien infiziert und können diese über-tragen. Im Unterschied zu den FSME-Erregern ist die Verbreitung der Borrelien- Bakterien nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt. Eine Erkrankung zeigt sich zu Beginn durch grippeähnliche Symptome, blaurote Flecken auf der Haut und verläuft sehr unterschied-lich. Bei komplizierten Verläufen kann es zu Herzentzündungen oder Veränderungen des Zentralnervensystems kommen. Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht.

Deshalb ist es wichtig, Zeckenstiche von vornherein zu vermeiden: Wer durch Wälder oder hohe Wiesen wandert, sollte lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. Auch Repellents zum Einreiben und Aufsprühen auf die Haut können Zecken abwehren. „Wichtig ist, das Mittel vorallem auf die bevorzugten Stichstellen – also Kniekehlen, Achseln, Schambereich, Bauchnabel, Bauchfalten und hinter den Ohren– aufzutragen“, so Jelinek. Direkt nach einem Ausflug in die Natur, sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion: Die Übertragung der Borrelioseerreger erfolgt meist erst nach mehrstündigem Saugen. Wenn nach dem Entfernen einer Zecke eine länger anhaltende Hautrötung oder Fieber auftritt, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Weitere Informationen zum Thema Zeckenschutz, zur Verbreitung des FSME-Erregers sowie zur Kostenübernahme der FSME-Impfung durch die Krankenkassen, finden Interessierte auf der Seite des CRM Centrum für Reisemedizin unter http://www.crm.de/zecken/index.html.