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Abhängigkeitserkrankungen und Elternschaft – Herausforderungen und Möglichkeiten der Hilfe

In Deutschland sind älteren Zahlen zufolge etwa 5–6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren von einer elterlichen Alkoholabhängigkeit betroffen. Neuere Hochrechnungen zeigen, dass 22% der Elternteile, die mit mindestens einem eigenen minderjährigen Kind im Haushalt leben, einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen.

Bereits während der Schwangerschaft können Kinder im Mutterleib den toxischen Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum ausgesetzt sein. Generell birgt eine pränatale Exposition von derartigen Substanzen die Gefahr eines geringen Geburtsgewichts, früher Fütterungsstörungen, einer erhöhten Irritabilität der Neugeborenen sowie eine verzögerte kognitive oder körperliche Entwicklung. Speziell in Bezug auf eine pränatale Alkoholexposition besteht für das ungeborene Kind außerdem die Gefahr der Entwicklung eines Fetalen Alkoholsyndroms (FAS), welches sich durch ein geringes Geburtsgewicht, eine geringe Körpergröße bei Geburt, facialen Auffälligkeiten und Schädigungen des Zentralen Nervensystems auszeichnet.

Methamphetaminmissbrauch in der Schwangerschaft ist im Allgemeinen assoziiert mit Aborten und Frühgeburten sowie mit einer zu geringen Körpergröße gemäß Gestationsalter, niedrigem Erregungsniveau, Bewegungseinschränkungen, erhöhtem physiologischen Stress sowie späteren Verhaltens- und Entwicklungsdefiziten. Darüber hinaus kann ein pränataler Methamphetaminmissbrauch, sowie noch stärker ein pränataler Opioidmissbrauch, infolge der beendeten Zufuhr der Substanz im Mutterleib nach der Geburt zu einem Neonatalen Abstinenzsyndrom (NAS) führen.

 

Sozioökonomische Benachteiligungen gehören zu den typischen Stressoren für Kinder aus suchtbelasteten Familien, da die materiellen und finanziellen Bedingungen in suchtbelasteten Familien oftmals schlechter sind als in unbelasteten Familien, z. B. durch Arbeitslosigkeit und Verschuldung als Konsequenz des Suchtproblems. Der soziale Abstieg der Erwachsenen im Zuge der Suchterkrankung betrifft insofern auch die Kinder, da diese früh von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht werden. Auch soziale Marginalisierung, Exklusion und Stigmatisierung können auftreten. 

Einen weiteren Risikofaktor stellt die Diskontinuität und Instabilität der Beziehung zwischen Eltern und Kindern in suchtbelasteten Familiensystemen dar. Durch z. B. Trennungen und Scheidungen der Eltern oder sogar den Tod eines Elternteils sowie durch Fremdunterbringungen der Kinder, stationäre Aufenthalte oder Inhaftierungen der Eltern entstehen wiederholt Beziehungsabbrüche. Eine Studie zu elterlicher Methamphetaminabhängigkeit zeigte, dass über ein Drittel der Kinder von Klienten der ambulanten Suchtberatung in Fremdunterbringung lebte.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Abhängigkeitserkrankungen und Elternschaft – Herausforderungen und Möglichkeiten der Hilfe

Aus der Zeitschrift Suchttherapie 02/2017

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