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Alles Trauma? – Ein aktueller Blick auf die „Posttraumatische Belastungsstörung“

Menschen sehen sich anhaltend mit Terroranschlägen, Naturkatastrophen, exzessiver medialer Berichterstattung über Gewalttaten und Verbrechen sowie Kriegstraumata konfrontiert. Dies kann massive Folgen bei Betroffenen bis hin zu einer komplexen biopsychosozialen Systemerkrankung nach sich ziehen. Neben anderen Traumafolgestörungen stellt die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oft eine besondere Herausforderung dar.

Traumata und ihre Auswirkungen

Durch die Revisionen des DSM mit der Einführung des DSM-5 im Jahr 2013 und der ICD-11 ab 2022 sowie der neuen S3-Leitlinie PTBS ergeben sich vielfältige Neuerungen für die Therapie. Ca. 70 % der Bevölkerung erleben im Laufe ihres Lebens z. T. lebensbedrohliche und damit potenziell traumatische Ereignisse. Verkehrsunfälle, Naturkatastrophen, körperliche und sexuelle Gewalt oder schwerwiegende medizinische Eingriffe können Traumaspuren hinterlassen. Frauen werden häufiger Opfer sexualisierter Gewalt, Männer erfahren eher traumatische Erfahrungen in Form von körperlicher Gewalt, Unfällen oder Krieg. Viele Betroffene entwickeln psychische Symptome und Traumafolgestörungen.

 

MERKE

Die PTBS stellt eine häufige Traumafolgestörung bei Personen nach traumatischen Ereignissen dar.

Besonders häufig treten Traumafolgestörungen nach traumatischen Ereignissen auf, die von anderen Menschen verursacht wurden („man made“). Ca. 50 % der Vergewaltigungs- und Folteropfer, jedoch nur ca. 10 % der Fälle bei Verkehrsunfällen entwickeln eine PTBS. Auch andere Erkrankungen wie Essstörungen, Depressionen und Angststörungen können sich u. U. als Folge einer zugrundeliegenden Traumatisierung entwickeln.

Die Lebenszeitprävalenz für eine PTBS beträgt weltweit ca. 6–7 %, Deutschland weist zwischen 1,3–1,9 % (< 60 J.) und 3,4 % (> 60 J.) auf. Somit stellt die PTBS insbesondere unter globaler Betrachtung eine häufige psychische Erkrankung mit hohem Leidensdruck für die Betroffenen dar.

 

MERKE

Insbesondere traumatische Erlebnisse, die von anderen Menschen verursacht worden sind, begünstigen die Entwicklung einer PTBS.

Trotz der hohen medialen Präsenz potenziell traumatisierender Themen wie Krieg, Terror oder Gewalt sollten Begriffe wie Traumafolgestörungen und traumaassoziierte Symptomatik sowohl aufgrund von diagnostischen als auch behandlungstechnischen Gesichtspunkten nur mit Zurückhaltung verwendet werden. Um eine „Überdiagnostizierung“ der Traumafolgestörungen zu vermeiden, bedarf es einer klaren Terminologie und diagnostischen Klassifikation.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Alles Trauma? – Ein aktueller Blick auf die „Posttraumatische Belastungsstörung“

Aus der Zeitschrift PSYCH up2date 04/2020

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