• Trauer

    Die Vielfalt der Trauerprozesse erschwert eine Abgrenzung normaler und pathologischer Trauerverläufe.

     

Anhaltende komplexe Trauerreaktion – ein neues Krankheitsbild?

Einleitung

Trauer ist ein universelles Phänomen, das dazu dient, sich an die neue, grundlegend und unwiderruflich veränderte Lebenswirklichkeit anzupassen, die durch den schmerzhaften Verlust eines geliebten Menschen entstanden ist. Trauer ist ein ubiquitärer Vorgang, mit dem Verlust und Tod, die in das eigene Leben eingebrochen sind und es oftmals in ein „Davor“ und ein „Danach“ einteilen, integriert und akzeptiert werden können.

Trauer ist die normale emotionale Reaktion auf den Verlust eines nahestehenden Menschen und kein pathologisches Phänomen.

Der Trauerprozess selbst ist somit eine Art Übergangszustand, zwischen dem Wissen, dass ein geliebter Mensch gestorben ist und der Akzeptanz dieses Verlustes. Durch den Prozess des Trauerns wird es möglich, in einem Wechsel zwischen der rückwärtsgerichteten Beschäftigung mit dem Verlust und einer zukunftsorientierten Perspektive auf kommende Aufgaben,

  • die Beziehung zu der verstorbenen Person neu zu ordnen,
  • sich zu verabschieden und
  • allmählich in den Alltag und das aktuelle Leben zurückzufinden.

Nicht selten führt die Auseinandersetzung mit dem Verlust und der damit verbundenen Trauer zu einer Beschäftigung mit dem eigenen Selbstkonzept und dem eigenen Selbstverständnis, zu einer Stärkung der Bewältigungsfähigkeit sowie zu einem neuen Blick auf die Welt, das Leben und den Tod. Der Trauerprozess kann somit auch als Entwicklungsprozess verstanden werden [1]. Es kann jedoch auch zu Störungen in diesem Prozess kommen, die dazu führen, dass die Trauersymptomatik persistiert und in eine pathologische Trauerreaktion mündet.

Der vorliegende Artikel befasst sich zunächst mit dem normalen Trauerprozess und möglichen psychischen und physischen Folgen eines Verlustes. Im Anschluss daran wird das klinische Erscheinungsbild der anhaltenden komplexen Trauerreaktion beschrieben, es werden diagnostische und differenzialdiagnostische Kriterien und mögliche Risikofaktoren diskutiert. Konzepte zur Behandlung der anhaltenden komplexen Trauerreaktion werden am Ende des Artikels dargestellt.

Dr. phil. Jana Steinig

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